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Als sich Eishockey-Torwart Thomas Mirwa vom Krefelder EV mit Sauerbraten und Klößen dopte

Geburtstagskind der Woche : Als sich Thomas Mirwa mit Sauerbraten und Klößen dopte

Er war nur selten die Nummer eins und trotzdem gehört er zu den besten deutschen Torhütern im deutschen Eishockey. Im Tor war er die Ruhe selbst, nur vor dem Spiel extrem nervös. Am Dienstag wir er 60.

Wenn ein Sportler sein Leben lang fast nur bei einem Verein spielt oder als Trainer tätig ist, dann ist dieser durchaus als Urgestein zu bezeichnen. Beim KEV’81 trifft diese Bezeichnung auf Thomas Mirwa, der am Dienstag seinen 60. Geburtstag feiert, allemal zu.

„Thomas war zu seiner aktiven Zeit der beste zweite Eishockeytorhüter in Deutschland“,  sagt KEV-Ehrenkapitän Uwe Fabig. Dass er nur selten spielte, lag größtenteils auch daran, dass Mirwa durchaus anerkannte, noch bessere Torhüter vor sich zu haben. In seinem Fall war es jahrelang der Hexer Karel Lang. Nicht nur die Fähigkeit, das Los als Nummer zwei zu ertragen, zeichnete ihn aus, auch in der Kabine war er ein wichtiger Faktor. „Wenn es mal nicht so gut lief, dann hat Thomas mit einem Satz direkt für gute Stimmung gesorgt. Auch an der Integration neuer Spieler war er immer maßgeblich beteiligt“, erinnert sich Peter Brux. Als Russe „Mirwaczek“ bezeichnete sich der Krankenhausangestellte  mal in einem Spaßinterview, bei dem er offenbarte, er würde zu ZSKA Moskau wechseln und dort Meister werden.

 Unvergessen ist auch seine sehr spezielle Dopingmethode, nachdem er aus der Zeitung erfahren hatte, dass er am folgenden Tag spielen würde: Mirwa stärkte sich vor dem Spiel mit Sauerbraten und Knödel und der KEV gewann die Partie. „Thomas war immer sehr nervös, wenn er vorzeitig wusste, dass er spielen würde. Die beste Leistung brachte er immer dann, wenn er erst kurz vor dem Spiel von seinem Einsatz erfahren hat“, erklärt Brux.

Nach seinem Karriereende wechselte Mirwa nahtlos vom Eis an die Bande – als Trainer, wo er dann auch irgendwann bei der Jugend des KEV landete und bis heute das eine oder andere Talent unter seine Fittiche nimmt und fördert. Höhepunkt in dieser zweiten Karriere ist der Gewinn der Deutschen Schülermeisterschaft 2002 in Landshut als Co-Trainer an der Seite von Lothar Kremershof, ebenfalls so etwas wie eine Vereinsikone beim KEV. Daniel Pietta war damals übrigens einer der Spieler.

Seine schwersten Kämpfe gewann der gebürtige Dierdorfer Mirwa jedoch außerhalb der Eisfläche, indem er gleich mehrere schwere Krankheiten überstand.