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Ringen: Aline Focken wird WM-Zweite

Ringen : Aline Focken wird WM-Zweite

Die 20 Jahre alte Ringerin aus Krefeld hat bei der Weltmeisterschaft in Budapest nur mit Pech das Finale verloren. Nachdem sie in der ersten Runde unterlegen war, entschied die zweite Runde die "Beinregelung".

Die Krefelder Ringerin Aline Focken hat bei den Junioren-Weltmeisterschaften in der rumänischen Hauptstadt Bukarest die Silbermedaille geholt. Erst im Finale in der olympischen Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm unterlag die Ringerin vom KSV Germaina Krefeld gegen die Bulgarin Taybe Mustafa Yusein.

Der Kampf verlief ausgeglichen, obwohl Yusein die erste Runde mit 5:0 für sich entschied. Allerdings erzielte die Bulgarin die erste Wertung erst eine halbe Minute vor Ende der Runde, nachdem sie einen Angriffsversuch von Focken erfolgreich gekontert hatte. In der zweiten Runde verbuchten beide Ringerinnen in der regulären Zeit keinen Punkt für sich. So musste das Los entscheiden, wer die Glückliche war, die das Bein der Gegnerin fassen durfte. Focken hatte Pech. Die Bulgarin zog sie am Bein aus dem Ring, entschied damit nicht nur die Runde mit 1:0 für sich, sondern auch den gesamten Kampf.

"Hätte Aline das Bein von Yusein packen dürfen, hätte sie die Runde wahrscheinlich gewonnen. Aber wir freuen uns auch sehr über den zweiten Platz", sagte Georg Focken, der Trainer und Vater von Aline Focken. Schon die Silbermedaille kam nicht unbedingt erwartet, nachdem Focken in diesem Jahr sowohl bei den Senioren- als auch Junioren-Europameisterschaften bereits in der Qualifikation ausgeschieden war.

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Die schwerste Aufgabe auf dem Weg ins Finale hatte die 20-Jährige bereits in der ersten Runde zu lösen gehabt. Auf die Polin Klaudia Izabela Pilipczuk war sie schon bei der Junioren-EM vor gut einem Monat aufeinandergetroffen. Damals unterlag Focken einer sehr gut auf sie eingestellten Pilipczuk. Deswegen versuchte die Krefelderin diesmal anders zu kämpfen als sonst. Sie verzichtete auf ihre Spezialität, den Doppelbeinangriff. Die erste Runde verlor Focken zwar noch mit 0:1. Danach war sie jedoch wie ausgewechselt und drehte den Kampf noch (2:0, 3:0). "Pilipczuk war unser Wunschlos. Wir wollten die Niederlage von der EM vergessen machen. Der Sieg war ausschlaggebend für das restliche Turnier", sagte Georg Focken. Denn im Viertelfinale und im Halbfinale kämpfte seine Tochter befreit auf. Die Deutsche Meisterin besiegte die Norwegerin Charlotte Skauen (1:0, 2:0) und die US-Amerikanerin Alli Ragan (2:0, 5:0) souverän, bevor sie das Finale verlor.

Am Rande: Mit der WM-Silbermedaille sind ebenfalls Aline Fockens Chancen gestiegen, sich ihren Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London zu erfüllen. Denn Fockens größte Konkurrentin im Kampf um das Olympia-Ticket, Yvonne Englich, trat am Wochenende beim Grand Prix von Polen an und erreichte dort lediglich das Viertelfinale.

Fühes Aus für Eisenkrein

Für den zweiten Teilnehmer vom KSV Germania Krefeld, Arthur Eisenkrein, war dagegen die Weltmeisterschaft bereits nach einem Kampf wieder vorbei. In der Freistilklasse bis 55 Kilogramm unterlag der 19-Jährige nach einem Freilos für die erste Runde im Achtelfinale dem Ukrainer Vitaliy Hurskyy in zwei Runden (1:4, 0:1). Weil Hurskyy auch schon im Viertelfinale gegen den Georgier Vladimer Khinchegashvili ausschied, blieb für Eisenkrein nicht mal die Möglichkeit, sich über die Hoffnungsrunde eine Bronzemedaille zu sichern.

(RP)