Adler Königshof und Neusser SV starten das Gemeinschaftsprojekt Handball-Bundesliga-Relegation

Handball-Bundesliga der A-Jugend : Adler-Team startet Bundesliga-Quali

Das Ziel heißt: Bundesliga und Nordhreinliga. Die Adler Königshof und der Neusser EV gehen mit einem gemeinsamen A-Jugend-Team an den Start. Die Mannschaft wird im ersten Jahr als Adler Königshof starten.

Was bisher eher eine Hoffnung war, das steht kurz vor der Vollendung: Ein Team der Adler Königshof in der A-Jugend-Bundesliga im Handball. Noch vor Wochen wollten die Königshofer versuchen, aus eigener Kraft und aus dem Krefelder Umland eine schlagkräftige Mannschaft zusammen zu stellen. Doch nun ergaben sich ganz neue Möglichkeiten: Die Adler werden zukünftig mit dem Neusser EV und den Rhein Vikings kooperieren, um eine erfolgreiche Mannschaft zu bauen. Die Neusser waren in der noch laufenden Saison in der Bundesliga aktiv und bringen mindestens zehn Spieler mit. „Wir wollen einen Kader von etwa 35 Spielern haben. Damit wollen wir dann eine A-1 und eine A-2 bauen. Idealerweise in der Bundes- und der Nordrheinliga“, sagt Ralf Legemann, der das Projekt organisiert. Gut 20 dieser Spieler haben die Verantwortlichen bereits zusammen.

Die Kooperation mit Neuss entwickelte sich dabei sehr kurzfristig. Das aktuelle Bundesligateam des Neusser HV, das dieser noch in Kooperation mit ART Düsseldorf an den Start schickt, war zu einem Auswärtsspiel nicht angetreten. Nach den Statuten des Verbandes bedeutet dies einen Ausschluss von der Relegation zur kommenden Saison. Darum wird die gemeinschaftliche Mannschaft im ersten Jahr auch als Adler Königshof starten. „Zur Saison 2020/21 werden wir uns dann einen Namen überlegen und auch ein gemeinschaftliches Wappen konzipieren. Unter diesem gemeinschaftlichen Namen wird das Team dann dauerhaft antreten“, sagt Adler-Vorstand Silvia Bernardo kurz vor der Unterzeichnung der Verträge.

Ihr Neusser Kollege Thomas Koblenzer sieht im Namen ohnehin kein Problem. „Wir sollten nicht auf Lorbeeren schielen. Es geht um die Jugendlichen. Wir wollen optimale Bedingungen liefern und in der Zusammenarbeit können wir das. Wir bieten den Spielern auch nach der Jugend Teams in praktisch allen Ligen. Auch das ist wichtig“, sagt er.

Die Adler sind bekanntlich auch einer der Stammvereine der HSG Krefeld. Sollte diese in der Relegation bestehen und den Aufstieg schaffen, so umfasst das Portfolio der beteiligten Vereine – auch andere Vereine aus Krefeld wie der TV Oppum sind dabei – fast jede Leistungsklasse bis zur zweiten Liga. Das Projekt soll dabei langfristig ausgelegt sein. „Mittelfristig wollen wir auch eine B- und eine C-Jugendmannschaft auf höchstem Niveau etablieren.“, gibt Koblenzer die Zielrichtung vor. In der heutigen Zeit sei es für einen einzelnen Verein kaum noch möglich, eine Ausbildung auf solchem Niveau zu stemmen, fügt er hinzu.

Vor die ehrgeizigen Ziele setzen die Statuten aber eine Qualifikation. Da die Leistungsunterschiede im Handball zwischen den Jahrgängen oft stark schwanken, muss sich jedes Team für die Spielklasse qualifizieren. Diese Auswahlspiele starten bereits am Wochenende auf Kreisebene. Parallel geht es schon am 5. Mai mit der Bundesligaqualifikation los. „Wir werden alle Qualifikationsspiele mit der besten Mannschaft angehen. Ziel ist, in der Bundesliga und der Nordrheinliga an den Start zu gehen, damit wir eine Durchlässigkeit zwischen den Teams erzeugen“, sagt Legemann. Die Ziele des Projekts sind also hoch gesteckt und auch ein hochklassiger Trainer, der als Vollprofi beschäftigt werden soll, steht bereits kurz vor der Unterschrift. Handball könnte durch das Gemeinschaftsprojekt am ganzen Niederrhein einen deutlichen Aufschwung erfahren.

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