Adler Königshof meldet ein Team für die A-Junioren Bundesliga

Handball : A-Junioren Bundesliga ist das ehrgeizige Ziel von Königshof

Rechtzeitig zum 100jährigen Vereinsjubiläum wurde ein Konzept erarbeitet, um die Jugendarbeit bei den Adlern wieder auf Kurs zu bringen.

Handball ist nicht nur aufgrund der erfolgreichen HSG Krefeld in der dritten Liga ein Gesprächsthema in der Seidenstadt, im Stadtteil Königshof wird dieser Sport in diesem Jahr immerhin schon seit 100 Jahren ausgeübt. Kurz nach Ende des 1. Weltkrieges gründeten junge Krefelder die DJK Adler Königshof, einen Handballverein mit einer wechselvollen Geschichte, der sich zu einem wichtigen, gesellschaftlichen Bestandteil im Krefelder Süden entwickelt hat. Rechtzeitig zum Vereinsjubiläum lassen die Adler nun mit einem ehrgeizigen Ziel aufhorchen.

„Wir haben uns mit einer Mannschaft für die A-Junioren Bundesliga beworben“, bestätigt Adler-Jugendwart Dirk Neumeyer. Hinter der Idee steckt ein durchdachtes Konzept, denn als vor zwei Jahren der Nachwuchsbereich etwas einbrach, fehlte den aufkeimenden Talenten bis zur C-Jugend die Perspektive nach oben. „Wir haben uns kurz vor Weihnachten Gedanken gemacht, wie wir das Problem lösen können. Mit Ralf Legermann haben wir jemanden gefunden, der uns ein Konzept vorgestellt hat, das unsere Jugendarbeit wieder auf Kurs bringen soll“, sagt Adler-Vorsitzender Hans Krüppel. Ende Januar gingen dann die Bewerbungsunterlagen an den Deutschen Handball Bund und für Legermann begann das Abenteuer die Theorie in die Praxis umzusetzen.

„Im Handballkreis Krefeld/Grenzland gibt es viele richtig gute Talente. Ab der C-Jugend verabschiedeten sich diese aber bisher meist nach Korschenbroich, Essen oder Dormagen, weil es hier keine sportliche Heimat mehr im Leistungsbereich gab“, erklärt Legermann. In Kooperation mit der HSG Krefeld, dem TV Oppum und den Adlern ist diese aber durchaus vorhanden. „Wir haben von der Dritten, evt. sogar Zweiten Liga über die Nordrheinliga, Oberliga bis hin zur Verbandsliga ein breites Spektrum, wo sich die Spieler neben der A-Junioren Bundesliga weiterentwickeln können“, sagt Legermann. So hat er auch schon seine Kontakte spielen lassen und Spieler angesprochen. „Das Interesse ist schon groß, auch wenn zum Teil noch alles mit Skepsis gesehen wird“, weiß Legermann über die mühsamen Anfänge zu berichten. Am Samstag gab es ein zweites Handball-Casting in der Sporthalle Königshof, gebraucht werden 14 Feldspieler plus drei Torhüter. Diese müssen bis Anfang Mai zu einer Mannschaft geformt werden, dann beginnt das erste Qualifikationsturnier für die Bundesliga. Und wenn es sportlich doch nicht klappt, dann folgen noch Qualifikationen für die Nordrhein-, Ober- und Verbandsliga. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, lautet die Parole von Krüppel zum geplanten neuen Unterbau im Jugendbereich. Natürlich wurde das Projekt im Vorstand auch kritisch betrachtet, jedoch steht man letztendlich der Förderung im Nachwuchsbereich der positiv gegenüber. Dass das Ganze auch Geld kostet steht außer Frage, so ist man zum Beispiel noch auf der Suche nach einem Trainer, der möglichst eine A-Lizenz haben sollte. Während sich Legermann um den sportlichen Bereich kümmert, ist Neumeyer sein organisatorischer Gegenpart. „Wir haben die Aktion ‚100 für 100 Euro‘ ins Leben gerufen. Zusätzlich gibt es einen ‚Top Team Klub‘, wo Sponsoren exklusiv für den Jugendhandball werben können. Die Kosten würden dann aber je nach Ligenzugehörigkeit gestaffelt sein“, sagt Neumeyer zur Finanzierung. Einen positiven Nebeneffekt gibt es übrigens auch, denn es wurde schon angefragt, ob sowas nicht auch im B-Jugendbereich möglich ist.

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