Handball: Adler fliegen in Liga drei

Handball : Adler fliegen in Liga drei

Die DJK Adler Königshof hat ihren Traum wahr gemacht und ist in die 3. Liga aufgestiegen. Zwar verlor sie das Relegationsrückspiel beim Mittelrheinmeister TuS 82 Opladen mit 33:36 (19:16), doch dank des 32:27-Hinspielerfolges reichte es in der Summe.

Damit hat eine Erfolgsgeschichte sondergleichen ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden: Innerhalb von sieben Jahren ist Adler zum vierten Mal aufgestiegen.
Es war ein unglaubliches Wechselbad an Gefühlen, durch das die Spieler aber auch die Anhänger - und zwar beider Mannschaften - während der 60 Spielminuten am Samstagabend mussten. Nils Wallrath erzielte die beiden ersten Treffer für Adler, und nichts deutete daraufhin, dass das Fünf-Tore-Polster des Hinspiels nicht ausreichen könnte.

Doch dann stellten die Adler das Handballspielen ein, und schon nach gut acht Spielminuten hatte Opladen mit dem 8:3 das Hinspielergebnis ausgeglichen. Adlertrainer Hubert Krouß wartete noch eine Minute und nahm beim Stand von 9:4 die wohl wichtigste Auszeit seiner Trainerlaufbahn. Adler holte danach Tor um Tor auf. Auch dank einer sieben Minute dauernden Torflaute der Gastgeber führte Adler auf einmal mit 19:13. Das Ergebnis des Hinspiels eingerechnet, hatte Adler jetzt elf Treffer Vorsprung.
Vor dem Halbzeitpfiff holte Opladen wieder auf 16:19 auf. "In der Phase haben wir versäumt, mit einem noch größeren Vorsprung in die Kabine zu gehen", sagte Fabian Bednarzik, der schon mit Oppum und Uerdingen dritt- und mit Korschenbroich zweitklassig gespielt hat.

Frenetisch angefeuert vom eigenen Anhang holte Opladen Tor um Tor auf, und als die Mannschaft in der 47. Minute das 29:24 erzielte, war Opladen dank der mehr erzielten Auswärtstore aufgestiegen. Die komplette Adler-Ersatzbank musste die eigenen 200 mitgereisten Fans unter den 480 Zuschauern aufmuntern, nicht in ihrer Unterstützung nachzulassen. "Wir mussten jetzt schnell den 28. Treffer erzielen, um mehr Auswärtstore als Opladen zu haben", schilderte der 37 Jahre alte Routinier Maher Farhan die Strategie dieser Spielphase. Andy Schierhölter war es in der 52. Minute vorbehalten, dieses wichtige Tor mit seinem einzigen Treffer in diesem Spiel zu erzielen. Dieser Treffer brach etwas den Opladener Widerstand, Adler konnte den Abstand auf zumeist vier Treffer verkürzen, und als Bednarzik mit der Schlusssirene ins leere Opladener Tor traf, brachen alle Dämme.

Dieses 60-minütige Auf und Ab, das Spieler, Trainer aber auch die Zuschauer gerade erleben mussten, war an niemandem spurlos vorbei gegangen. Völlig ermattet saß der zweite Vorsitzende und Handballmanager Thomas Wirtz nach Spielschluss auf der Adlerbank. Die sich langsam lösende Anspannung hatte auf seiner Stirn mindestens so viel Schweiß hinter lassen, wie bei den Akteuren das Spiel selbst.

(areh)