Handball Adler erlegen sich einen Jugendstil auf

Oberliga · Nach dem Abstieg setzt Oberligist Adler Könighof auf das Konzept, junge Spieler für die HSG Krefeld aufzubauen. Adler-Trainer Dirk Wolf will mit seiner Mannschaft den Zuschauern wieder attraktiven Handball bieten

Eine alte chinesische Weisheit besagt, dass wenn Brüder zusammenarbeiten, Berge sich in Gold verwandeln. Wenn das stimmen sollte, dann stehen die Handballer der DJK Adler Königshof und der HSG Krefeld vor einer goldenen Zukunft. Denn bereits in der ersten Saison ihrer Koexistenz arbeiten der Oberligist und die von den Königshofern mit dem SC Bayer 05 Uerdingen gebildete Drittliga-Spielgemeinschaft eng zusammen. Der Jugendstil, den sich die Adler vor der am Samstag mit einem Heimspiel gegen die SG Langenfeld (17.30 Uhr, Sporthalle Königshof) beginnenden Oberliga-Saison auferlegt haben, ist ein Produkt dieser Zusammenarbeit.

"Das Konzept ist, junge Spieler aufzubauen und zur HSG zu bringen. Dafür ist die Oberliga eine gute Plattform", sagt der neue Adler-Trainer Dirk Wolf. Nur vier Spieler sind aus der Königshofer Mannschaft übriggeblieben, die vergangene Saison aus der Dritten Liga abstieg. Die Neuzugänge sind - bis auf Ausnahme der beiden 30-Jährigen Daniel Heisig und Thorsten Spoo sowie der beiden aus der zweiten Mannschaft hochgezogenen Alex Rüther und Tim Leigraf - 20 Jahre alt oder sogar jünger und könnten damit zusätzlich unbegrenzt in der HSG eingesetzt werden.

Als letzter Spieler gesellte sich in dieser Woche noch Lennard Möller vom Drittligisten Neusser HV hinzu. Der 1,91m lange Rückraumspieler war unter anderem auch in der A-Jugend-Bundesliga aktiv. Allerdings darf der Drittligist nur drei Zweitspielrechte erteilen und hat zwei davon schon an Torwart Dominik Heesen und Linksaußen David Biskamp vergeben. Mit der Entscheidung über den dritten "Doppelspieler" soll sich Zeit gelassen werden. "Das hängt auch davon ab, auf welcher Position die HSG Bedarf hat", sagt Wolf. Der Königshofer Übungsleiter tauscht sich regelmäßig mit seinem HSG-Kollegen Olaf Mast aus. Denn Wolf war unter Mast Co-Trainer beim TV Korschenbroich und kam auch auf dessen Empfehlung vor drei Jahren als Trainer der zweiten Mannschaft nach Königshof.

Nach dem Aufstieg in die Verbandsliga mit der Reserve am Ende der vergangenen Saison darf er nun das Oberliga-Team betreuen. "Wir wollen den Königshofer Zuschauern wieder attraktiven Handball bieten und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Nach ein paar Wochen können wir schauen, um welche Plätze wir genau spielen werden", sagt Wolf über seine Ziele für die neue Spielzeit. Die generalüberholte Mannschaft braucht noch Zeit, um sich einzuspielen. Die einzige Konstante ist der Rückraum mit Torjäger Fabian Bednarzik.

Der 29-Jährige soll nun auch als einer der ältesten im Team und als vorderster Verteidiger abwechselnd mit den Neuzugängen Daniel Heisig und Kai Wingert) in der offensiven 3:2:1-Deckung verstärkt Führungsaufgaben übernehmen. Die Ergebnisse in der Vorbereitung waren eher durchwachsen, auch weil die Adler unter verletzungsbedingten Ausfällen zu leiden hatten. Vor dem ersten Saisonspiel am Samstag gegen Langenfeld hat sich das Lazarett nicht gelichtet. Der Drittliga-Absteiger bangt um die Einsätze von Torwart Heesen (Weisheitszahn), Rückraumspieler Leigraf (Hüfte) und Kreisläufer Thorsten Spoo (Knie).

(RP)
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