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Sport im Verein in Krefeld: Mit Skaterhockey in die Erste Liga

Randsportarten in Krefeld: Skaterhockey : Vom Parkplatz in die Erste Liga

Auf dem Parkplatz eines Baumarktes entstand vor 35 Jahren die Idee, die Skating Bears zu gründen. Heute feiert der Verein europaweit Erfolge. Der Nachwuchs steht bereits mit drei Jahren auf Inlinern.

Fünf Jahre lang spielten eine Handvoll Skater auf den Straßen und Parkplätzen Krefelds gemeinsam Hockey, ehe sie sich entschlossen, dass das nicht genug war. Neue Gegner mussten her, man wollte sich beweisen, gegen Teams aus Düsseldorf und Kaarst antreten – vielleicht sogar Pokale gewinnen. Am 22. November 1987 wurde aus dieser Idee Realität: Der 1. Crefelder Skaterhockeyclub Skating Bears 1987 e.V. war gegründet. Seitdem feiern die Mitglieder immer wieder große Erfolge, werden Deutsche Meister und Europameister. Mehr als 400 Mitglieder gehören den Skating Bears aktuell an – und der Verein will weiter wachsen.

Das ist Skaterhockey Inliner oder Rollschuh, Puck oder Ball, „es gibt viele unterschiedliche Sportarten auf Rollen“, sagt Patrick O‘Neill, 2. Vorsitzender der Skating Bears. Beim Skaterhockey wird auf Inlinern gefahren und der Ball ist es, der im Tor landen muss. In den 1980er Jahren kam die Sportart aus den USA nach Deutschland und erlangte hier schnell Popularität. „Sie konnte sich gegen Fußball und das zunächst ,coolere‘ Eishockey durchsetzen“, sagt O‘Neill. Inzwischen gibt es beim 1. Crefelder SC 1987 e.V. auch eine Kunstlaufabteilung, die sich besonders bei den weiblichen Mitgliedern großer Beliebtheit erfreut.

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Nachwuchs startet im Windelalter Ein Dreijähriger auf Inlinern? Was viele Eltern ihren Sprösslingen auf Anhieb vielleicht nicht zutrauen würden, ist in der Laufschule der Skating Bears an der Tagesordnung. Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren können hier erste Erfahrungen auf Rollen sammeln und sich von ihren bis zu sechs Trainern zeigen lassen, was man braucht, um mal ein großer Skaterhockeyspieler zu werden. „Sie werden hier angeleitet und lernen zum Beispiel sicheres Fallen“, sagt O‘Neill. „Auf die Straße zu fallen, schmerzt mehr, als auf den Hallenboden, und auf den Popo zu fallen tut so richtig weh“, sagt er. Die Kinder lernen, wie sie nach vorne auf die Schoner fallen und sich richtig abrollen, um sich nicht zu verletzen. Ab viereinhalb Jahren können die sicheren Fahrer dann zu den Bambinis wechseln – dass diese es bereits zum Deutschen Meister schaffen, ist bei den Bears keine Seltenheit.

 Mehr als 400 Mitglieder gehören den Skating Bears aktuell an. Der Verein hat Deutsche Meister und Europameister hervorgebracht.
Mehr als 400 Mitglieder gehören den Skating Bears aktuell an. Der Verein hat Deutsche Meister und Europameister hervorgebracht. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Teamwork und Schnelligkeit Mit dem Eintritt in die Schülermannschaft beginnt für die Skaterhockeyspieler das Erlernen taktischer Spielzüge. „Es gibt zunächst die Schüler, die Jugend und die Junioren“, erklärt O‘Neill. In jeder Altersklasse spiele man etwa drei Jahre lang. „Wir haben zwei Mannschaften je Altersklasse. Diese spielen bereits in den ersten Ligen und nehmen auch an Europapokalen teil.“ Der Nachwuchs habe bei den Bears eine lange und erfolgreiche Tradition. Skaterhockey sei zudem eine schnelle Sportart und ein „absoluter Teamsport“, sagt der 2. Vorsitzende. Ein Team bestehe aus mindestens zwölf bis 18 Spielern plus zwei Torhütern. Zudem sei das Spiel sehr taktisch geprägt.

Ausrüstung und Kosten Schienbeinschoner, Brustschutz, Helm, Inliner, und, und, und – bei dieser Sportart kommt einiges an Ausrüstung zusammen. „Es gibt Startersets für 120 Euro ohne Helm und Inliner“, sagt O‘Neill. Inklusive Letzterer komme man auf rund 200 bis 250 Euro. Der Verein habe jedoch auch einen großen Fundus an ausrangiertem oder zu klein gewordenem Zubehör, das von den Mitgliedern gespendet wird. „Und wer in der Laufschule startet, der bekommt erst einmal etwas geliehen, bis er weiß, ob ihm die Sportart zusagt und er weitermachen möchte“, sagt O‘Neill.

Die Mitgliedschaft im Verein kostet 126 Euro pro Halbjahr. „Das deckt auch die Kosten für Schiedsrichter, Mannschaftswettkämpfe und die Fahrten dorthin. Wir fahren eben nicht nur bis zum nächsten Dorf“, sagt O‘Neill und lacht.

Sommercamp und Spaßturniere Abgerundet wird das Vereinsleben durch zwei Hobbymannschaften, bestehend aus den Vätern der aktiven Spieler oder auch ehemaligen Spielern. „Die Väter sind zwischen 50 und 60 Jahre alt und haben den Sport nicht von der Pike auf gelernt. Unsere Ehemaligen sind zwischen 40 und 60 Jahre“, sagt O‘Neill. Die spielten aber nicht mehr in einer Liga, sondern veranstalteten Spaßturniere. Besonders beliebt ist das Sommercamp, das jedes Jahr während der Sommerferien stattfindet. Montags bis freitags werden die Kinder dort trainiert, zwei bis drei Einheiten pro Tag werden geboten – natürlich inklusive Vollverpflegung bei solch einem sportlichen Programm. „Das sind Teilnehmer in den Altersklassen Bambini bis Jugend. Auch Mitglieder aus anderen Vereinen sind dabei“, berichtet Patrick O‘Neill.

Dies sei insbesondere in diesen Zeiten wichtig. „Wir leben aus der Laufschule heraus, haben jetzt aber aufgrund der Corona-Pandemie eine große Lücke von zwei Jahren“, sagt der 2. Vorsitzende. Zum Glück für den Verein habe es in den vergangenen zwei Jahren in Krefeld nur wenige Austritte gegeben. „Wir sind ein sehr familiärer Verein, der sich auch sozial engagiert, gegen Rassismus und für Diversität“, wirbt O‘Neill.