Spezialität aus Krefeld: Heimatbund verkauft wieder Osterbrot

Spezialität aus Krefeld : Heimatbund verkauft wieder Osterbrot

Der Uerdinger Heimatbund verkauft am Gründonnerstag wieder Osterbrot auf dem Marktplatz. Am Sonntag gibt es das traditionsreiche Eierkippen, auch auf dem Marktplatz. Weitere Aktivitäten stehen in den kommenden Monaten an.

Der Uerdinger Heimatbund hat für das Jahr 2019 große Pläne. Die angedachten Aktivitäten erstrecken sich von traditionsreichen Veranstaltungen bis hin zum Wunsch, einen Wanderweg rund um die historische Altstadt einzurichten. In der kommenden Woche geht es mit Ostern in die heiße Phase. Denn wie seit vielen Jahren üblich wird der Verein, der sich die Pflege der Uerdinger Geschichte, Tradition und Brauchtum auf die Fahnen geschrieben hat, am Gründonnerstag Osterbrot auf dem Uerdinger Marktplatz verkaufen.

„Wir werden vor dem Rathaus wie üblich einen Stand haben und das traditionsreiche Brot zum Preis von 1,70 Euro das Stück verkaufen“, sagt Elmar Jakubowski, der erste Vorsitzende des Heimatbundes. Dabei werden die Brote von der Uerdinger Bäckerei Rottges ausgebacken. „Das Brot hat eine lange Tradition in Uerdingen. Wir finden Erwähnungen, die über 200 Jahre zurückgehen. Es ist ein Rezept, das ursprünglich aus der Bürgerschaft kommt und war in der Stadt immer präsent. Eine genaue Rückdatierung fällt schwer, da das Brot nie explizit erwähnt, sondern immer nur nebenbei benannt wird“, erzählt Jakubowski. Dies sei auch im „Bügeleisen“, in dem Heimatbund heute sitzt, der Fall. „Die Familie Zünskes lebte hier. Es war eine Großfamlie und in den Chroniken, speziell wenn über Besuch gesprochen wird, finden sich mehrfach Sätze wie ‚dazu wurde auch Osterbrot gereicht’“, sagt der Heimatbund-Vorsitzende.

Von 15 bis 18 Uhr wird der Stand am Markt geöffnet sein. Die Erträge de Verkaufes gehen zu Gunsten des Heimatbundes, der mit diesen Geldern viel vor hat. Das nächste Event findet gleich am Ostersonntag statt: Beim Uerdinger Eierkippen, ebenfalls auf dem Marktplatz, treffen sich bereits zum 30. Mal unter Federführung des Heimatbundes Uerdinger und versuchen, beim Zusammenschlagen hartgekochter Eier das gegnerische zu beschädigen. „Auch das hat eine lange Tradition. Lange, bevor wir die Veranstaltung übernommen haben, ist es erwähnt. Früher war der Marktplatz mit Eierschalen übersät. Die richtig Spielbegeisterten haben erst ‚Spitz op Spitz’ mit den Spitzen Seiten, dann ‚Bol op Bol’, mit der Basis und dann ‚Strutzelei’, mit den Seiten, gespielt“, berichtet Jakubowski. „Wenn Betrüger versuchten, mit Gipseiern zu gewinnen, kam das Kommando „Klomp uut“. Dann gab es Prügel mit den Holzschuhen“, erzählt der Traditionshüter.

Der Heimatbund bietet auch wieder Führungen in verschiedenen Konstellationen an. Auch Radtouren können für Gruppen gebucht werden. Am 25. April soll es ein Mundarttreffen im Bügeleisen geben und am 15. Juni wird feierlich die Gasse hinter dem Gebäude benannt. „Es gibt sie seit dem Bau des Hauses Mitte des 18. Jahrhunderts und sie war nie benannt. Nun bekommt sie den Namen Alberdingkgasse nach dem früheren Uerdinger Unternehmer. Wir wollen alle Unternehmer der Gründerzeit in Straßennamen verewigen“, erzählt Jakubowski.

Ein besonderes Projekt möchte der Heimatbund überdies mittelfristig umsetzen. „Wir wollen einen Rundweg um das historische Alt-Uerdingen anlegen. Dort soll es besondere Bepflanzung, Hinweisschilder und Kunstobjekte geben. Als Weg stellen wir uns vom Bügeleisen entlang des Rheins bis zur alten Uerdinger Burg, dann rechts Richtung Eulenturm, entlang der alten Stadtmauer zum Nord-West-Turm und zurück zum Bügeleisen vor“, sagt Jakubowski. Realisiert werden soll das Projekt zusammen mit dem Kommunalbetrieb Krefeld. „Wir wollen alles Stück für Stück umsetzen. Es ist ein Projekt, das sicher eher langfristig ausgelegt ist“, sagt er. Der Heimatbund hat also weiterhin viel vor.

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