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Spendengala: Krefelds Sport engagiert sich für Kinder

Spendengala im Zirkuszelt Rondell : Krefelds Sport engagiert sich für Kinder

Prominente Krefelder Sportler haben zu einer Spendengala eingeladen. Das Ziel: Geld für ein Zirkuszelt zu sammeln, das es erlaubt, an allen Schulen Zirkusprojekte durchzuführen. Das Programm hat die Gäste begeistert. 

Rund 120 Besucher sitzen und stehen um die Manege des Kinderzirkus’ Rondell. Doch diesmal sind es keine Kinder, die zu sehen sind, sondern einige der besten und bekanntesten Sportler und Sportlerinnen der Stadt. Von den Moderatoren des Abends, Olympia-Silbermedaillengewinner im Eishockey Christian Ehrhoff und die ehemalige Weltklasse-Schwimmerin Anne Poleska, über den früheren Bayer Uerdingen-Torwart Werner Vollack bis hin zu heutigen Aktiven wie den Pinguine-Akteuren Mike Fischer und Dennis Miller, oder den KFC-Spielern Leo Kadiata und Alex Lipinski.

 Immer wieder lockern die „Belsonics“ den Abends mit gut interpretierten Rock-Klassikern auf.
Immer wieder lockern die „Belsonics“ den Abends mit gut interpretierten Rock-Klassikern auf. Foto: Sven Schalljo

Dabei ist der Sport an diesem Abend eigentlich nur in einer Nebenrolle zu sehen. Die Hauptrolle spielen Kinder. „Ich bin selbst Vater. Und meine Kinder wachsen sehr privilegiert auf. Aber jedes vierte Kind in Krefeld lebt in Armut. Dagegen müssen wir etwas unternehmen. Das ist der wichtigste Grund, warum ich heute hier bin“, sagt Ehrhoff zur Begrüßung. Hier, das ist das Zirkuszelt auf dem Sprödentalplatz, in der die Sportgala zu Gunsten der Aktion „Krefeld für Kinder“ stattfindet.

 Kampfansagen liefern die Pinguine-Spieler Mike Fischer, Dennis Miller, Ravens-Geschäftsführer Christoph Wittfeld und die KFC-Aktiven Leo Kadiata und Alex Lipinski (v.l.) im Gespräch mit Ehrhoff und Poleska.
Kampfansagen liefern die Pinguine-Spieler Mike Fischer, Dennis Miller, Ravens-Geschäftsführer Christoph Wittfeld und die KFC-Aktiven Leo Kadiata und Alex Lipinski (v.l.) im Gespräch mit Ehrhoff und Poleska. Foto: Sven Schalljo
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Ziel ist es, mit Eintrittsgeldern, einer Tombola und Spenden Gelder zu sammeln, um ein vergleichbares Zelt für die Stadt Krefeld anzuschaffen. „Wir erleben jedes Jahr, wie die Familie Ortmann mit dem Zirkus Rondell Kinder in den Schulen begeistern. Diese Erfahrung wollen wir allen Kindern der Stadt bieten – auch denen, die Schulen besuchen, die sich das Zirkusprojekt bislang nicht leisten können“, sagt der Organisator der Aktion „Krefeld für Kinder“, Joachim Watzlawik.

 Was wäre eine Gala im Zirkuszelt ohne Artistik?  Nicht nur die Cheerleader der Ravens auch die Rondell-Künstler zeigten in der Manege ihr Können.
Was wäre eine Gala im Zirkuszelt ohne Artistik?  Nicht nur die Cheerleader der Ravens auch die Rondell-Künstler zeigten in der Manege ihr Können. Foto: Sven Schalljo

Rondell solle aber weiter ein wichtiger Partner bleiben. Wie eng die Bindung an die Stadt ist, zeigt auch die Tatsache, dass der Zirkus sein Zelt kostenlos für die Gala zur Verfügung stellt. „Wir pflegen gute Verbindungen zur Stadt und wollten die Veranstaltung in ähnlicher Form schon vor einem Jahr machen. Damals ging es wegen Covid nicht. Jetzt hat es geklappt, was uns sehr freut“, sagt Rene Ortmann, der Leiter des Zirkus’.

Der Abend bietet eine bunte Mischung. Poleska und Ehrhoff führen souverän durchs Programm. Den Gesprächspartnern entlocken sie dabei die ein oder andere Kampfansage. So betonen sowohl Miller und Fischer, als auch Lipinski und Kadiata deutlich und unumwunden, dass es für Pinguine und KFC nur um den (Wieder-)Aufstieg gehe.

Ähnlich deutlich wird es bei Christoph Wittfeld, dem Geschäftsführer der Krefeld Ravens (Football). Der seit fast 2000 Tagen seit Gründung ungeschlagene Verein steht wieder auf Platz eins. „Wenn ich in meiner aktiven Zeit so lange unbesiegt wäre, hätte ich mich gefragt, ob ich an den richtigen Wettkämpfen teilnehme. Sind die Ravens in der falschen Liga?“, fragt Poleska. „Ja. Wir streben den erneuten Aufstieg an. Nach Gründung mussten wir in der siebten Liga beginnen. Verein und Team sind aber weiter als der Weg durch die Ligen“, sagt Wittfeld selbstbewusst.

Auch Hans-Werner Sartory für den CHTC sagt klar: „Nach dem direkten Wiederaufstieg wollen wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“ Ähnliche Fragen blockt André Schicks, Geschäftsführer der Handballer der HSG Krefeld Niederrhein, die durchaus auch Aufstiegsambitionen hegen, geschickt ab. Er überreicht einen Scheck über 500 Euro für die gute Sache. Sartory, dessen Vereinsvorsitzender Dirk Wellen am Mittag mit dem Stadtsiegel ausgezeichnet worden war, legt für den CHTC dieselbe Summe drauf.

Auch die Cheerleader der Ravens, das Eishockey-Hobbyteam Krefeld Eisbären oder die Inliner der Bockum Bulldogs und der Crefelder Ruderclub, der mehrere Olympioniken ausbildete, kommen zu Wort.

Die Besucher dürfen sich aber auch über Show-Acts freuen. So überzeugt die Band „Belsonics“ immer wieder mit ihren Rhythm and Blues-Sounds. Sie intonieren Klassiker der Rockgeschichte. Die Ravens-Cheerleader bekommen für ihre Darbietung stürmischen Applaus. Und auch der Trommler, Sänger und Entertainer Aidara Seck, das Duo Artistico mit seinen Jonglage-Kunststücken und die Samba-Trommler von Play-Mobilos überzeugen.

Das große Finale bietet den Höhepunkt des Abends. Als es weit nach 22 Uhr bereits dunkel ist, geht die Krefelder Artistengruppe „Chapeau Bas“ in die Manege. Mit ihrer Feuerjonglage zaubern die vier eine beeindruckende und fesselnde Show in die Finsternis. Als Zugabe malen sie mit Leuchtstäben Bilder, die verzaubern: Szenen aus Krefeld, Fische, Blumen oder das Logo von „Krefeld für Kinder“ entstehen vor den Augen der begeisterten Besucher.

Zum Schluss kommen dann die Gastgeber an die Reihe. Gemeinsam mit Ehrhoff und Sabrina Lesch, der Leiterin der Koordinierungsstelle Gemeinwesenarbeit, zeigen sie Trapezartistik. Und auch die Inspire Dancers, die Cheerleaderinnen der Ravens, werden eingebunden. Es ist das Finale eines interessanten, kurzweiligen Abends, den Watzlawik zusammenfasst: „Geht nun raus und erzählt allen, was sie verpasst haben“, sagt er. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf.