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Krefeld: Spektakuläres Stromdach

Krefeld : Spektakuläres Stromdach

Das Unternehmen MFG Processing im Rheinhafen produziert jetzt auch Solarstrom. Der Projektentwickler Juwi hat in nur wenigen Wochen auf zwei Hallen die fünftgrößte Photovoltaik-Dachanlage in Krefeld gebaut.

Seit Dienstag darf sich der Düsseldorfer Rohstofflieferant MFG auch Stromlieferant nennen. Denn auf zwei Hallen seines Krefelder Produktionsbetriebes an der Bataverstraße im Rheinhafen hat die Juwi Solar GmbH, ein Tochterunternehmen der international tätigen Juwi-Gruppe in Wörrstadt in Rheinhessen, eine Photovoltaik-Dachanlage installiert. Mit einer Leistung von 288 Kilowatt wird sie von Jowi als eine der größten Dachanlagen von Krefeld eingeschätzt. Sie soll jährlich rund 230 000 Kilowattstunden Öko-Strom in das Krefelder Netz einspeisen. Rechnerisch können mit dieser Menge rund 65 Durchschnitts-Haushalte versorgt werden.

Stolz sind alle Beteiligten auf die kurze Bauzeit. Der Startschuss zum Bau der 2000 Quadratmeter großen Dachanlage erfolgte erste Mitte Juni. Projektmanager Andreas Wolf: "Wir haben die Solaranlage in Rekordzeit realisiert. Die Montage der mehr als 1200 Module und der Wechselrichter hat genau zwei Wochen gedauert. Dabei war das Marktumfeld gerade vor zwei Monaten noch sehr schwierig." Denn erst Ende Juni fiel im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat die Entscheidung, wie die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen in Zukunft aussehen soll.

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Thomas Hafner, Geschäftsführer von MFG Krefeld, kann sich für die Zukunft auch einen Eigenverbrauch vorstellen: "Wir produzieren in Krefeld Rohstoffe für Gießereien und Stahlwerke und möchten diese Aktivitäten in Zukunft noch ausweiten. Da spielen die Betriebskosten eine große Rolle. Wenn die Strompreise weiter so steigen, können wir uns gut vorstellen, den grünen Strom in Zukunft selbst zu nutzen. Mit erneuerbaren Energien tun wir zudem etwas für unsere Umwelt." Die neue Anlage auf dem Dach der beiden Hallen spart jährlich nach Angaben des Herstellers rund 137 Tonnen CO2 ein.

In ihrem Regionalbüro in Siegburg ist die Juwi-Gruppe in den Bereichen Photovoltaik und Green Buildings aktiv. "Nordrhein-Westfalen ist eines der Bundesländer mit Schwerpunkt Industrie. Hier sehen wir Potenziale für große Solaranlagen", so Doreen Moldenhauer. Juwi steht für eine hundertprozentige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien.

Neben Solaranlagen werden auch Windräder und Biogasanlagen projektiert. Bilang hat Juwi rund 1500 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1200 Megawatt realisiert. Diese Energieanlagen erzeugen zusammen pro Jahr rund 4,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Dies entspricht dem Jahresbedarf von etwa 1,3 Millionen Haushalten.

(RP)