Speer & Partner prüfen das  Grotenburg-Stadion in Krefeld

Machbarkeiststudie : Speer & Partner prüfen die Grotenburg

Das Grotenburg-Stadion hat seine besten Zeiten hinter sich. Das ist auf den ersten Blick zu erkennen. Der KFC Uerdingen muss seine Heimspiele in Duisburg austragen. Damit das nicht so bleibt, hat die Stadtverwaltung eines der besten Architekturbüros mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt — Albert Speer und Partner aus Frankfurt.

Die Stadtverwaltung hat mit Albert Speer und Partner aus Frankfurt am Main einen Vertreter der inter-
national ersten Riege der Architektur- und Planungsbüros beauftragt, sich um die Zukunft der Krefelder Grotenburg Gedanken zu machen. „Wir haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben“, sagte der Krefelder Beigeordnete Martin Linne im Gespräch mit unserer Redaktion. Speer und Partner seien die Stadionexperten schlechthin und verfügten über beste Beziehungen zum Deutschen-Fußball-Bund (DFB) sowie zur Deutschen Fußball-Liga (DFL).

Ein kleiner Blick in die Referenzliste unterstreiche deren Kompetenz. So hätten Speer und Partner die Bewerbungen von Südafrika und Katar für die Fußball-Weltmeisterschaften 2010 und 2022 erfolgreich vorbereitet und Konzepte von mehr als 700 Seiten Umfang erarbeitet. Beim Stadionneubau des Bundesligisten Hertha BSC Berlin sei Speer und Partner ebenso eingebunden wie bei der Planung der DFB-Akademie in Frankfurt auf der Rennbahn in Niederrad — dem Lieblingsprojekt von Oliver Bierhoff.

Mit dem Nationalelf-Manager und früheren Stürmer beim FC Bayer 05 Uerdingen ist der gedankliche Ausflug über die Kontinente wieder in Krefeld angekommen. Die Probleme der Grotenburg liegen auf der Hand. Die Nachbarschaft zum Zoo müsse für beide Seiten ebenso zuverlässig geregelt werden, wie die Parkmöglichkeiten zur Zufriedenheit der in Bockum wohnenden Menschen. „Zoo, Parken, Stadion, das sind die Felder, die Speer und Partner beackern sollen“, sagte der Krefelder Bau- und Planungsdezernent Linne.

Martin Linne, Stadt Krefeld GeschŠftsbereich V. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Die Studie solle Aufschlüsse bringen, in welcher Reihenfolge Sanierungsarbeiten sinnvoll seien, sie solle die Statik bewerten und den Weg aufzeigen, wie die Grotenburg auf Sicht für die zweite Fußball-Bundesliga tauglich hergerichtet werden könne. „Mit ersten Ergebnissen rechnen wir Ende September, Anfang Oktober“, sagte Linne.

Mit den Arbeiten, um das Stadion für die dritte Fußball-Profiliga tauglich zu machen, sei bereits begonnen worden. „Hinsichtlich Trinkwasserhygiene und Austausch elektrischer Leitungen laufen die Arbeiten schon“, sagte der Beigeordnete. Aktuell würden in einem ersten Schritt Arbeiten ausgeführt und vorbereitet, mit denen die Betriebssicherheit in dem 1927 erbauten und ab 1975 runderneuerten Stadion wieder hergestellt werden soll. Dazu gehören die Überprüfung und der Umbau der Trinkwasseranlage, die Beseitigung von Stolperfallen, die Sanierung der Abwassersysteme sowie die Überprüfung der Öltanks und der Blitzschutzanlagen. Ein Brandschutz- und Sicherheitskonzept wird kurzfristig beauftragt, ebenso die Überprüfung der elektrischen Anlagen.

Aktuell sind Vermessungsingenieure im Stadion tätig, um den Bau mit GPS-Daten komplett zu erfassen und somit die Grundlage für alle weiteren Planungen und Arbeiten zu schaffen. Untersuchungen zur Statik sind ebenfalls im Gange. Da-
rüber hinaus wird ein Architekturbüro mit der Vermessung der Innenräume beauftragt.

Der zweite Schritt der Umbauarbeiten wird im Anschluss darauf zielen, das Stadion drittligatauglich zu machen. Dafür bedarf es der Beauftragung eines Generalplaners. Da hier das Vergaberecht für öffentliche Aufträge greift, ist ein streng vorgegebenes Ausschreibungsverfahren zu beachten. Die Stadt habe bereits die juristische Begleitung dieses Vergabeverfahrens sichergestellt, teilte die Kommune gestern mit.

 Die Machbarkeitsstudie von Albert Speer und Partner soll den möglichen Aufstieg des KFC Uerdingen in die zweite Liga mit berücksichtigen. Die potenzielle Tauglichkeit für die höhere Spielklasse soll schon vorab bei allen Planungen und Umbaumaßnahmen eine entscheidende Rolle spielen. Im Zentralen Gebäudemanagement der Stadt Krefeld kümmert sich ein neu gegründetes Projektteam um alle Fragen der Stadionsanierung.

Übrigens: Der damalige Regionalligist TuS Duisburg 48/99 wählte wegen der Konkurrenz in der eigenen Stadt mit dem Meidericher SV (heute MSV Duisburg) in der Saison 1963/64 die Grotenburg-Kampfbahn als Heimspielstätte aus. In dieser Spielzeit ist es anders herum. Der KFC Uerdingen spielt seine Drittliga-Saison in der „SchauinsLand-Arena“ in Duisburg.

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