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Sonderheft für verstorbenen Klimaforscher Josef Klostermann

Andenken an Josef Klostermann : Ehre für Krefelds berühmten Walfinder

Im Mai verstarb Josef Klostermann, Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Verein Krefeld. Seine Kollegen widmen dem Geologen, der 1987 das Skelett des Wals von Kervenheim gefunden hat, nun eine Ausgabe von „Natur am Niederrhein“ – mit einem bislang unveröffentlichten Text.

Das neue Heft, da ist sich die Runde sicher, hätte Josef Klostermann bestimmt gefallen. „Wir hoffen, dass er gerade jetzt auf uns schaut und denkt: Ja, eine gelungene Ausgabe“, sagt Wilfried Hoppe, Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Krefeld. Er blättert durch das Heft, es ist die erste Ausgabe von „Natur am Niederrhein“ im 33. Jahr und gleichzeitig die erste Ausgabe nach dem Tod des langjährigen Schriftleiters der Zeitschrift und ehemaligen Vorsitzenden des Vereins Josef Klostermann.

Dann beginnt Hoppe zu erzählen, von einem Vater, Ehemann und von einem vorbildlichen Forscher, dem die wissenschaftliche Korrektheit immer am Herzen lag. Hoppe hebt das Sektglas, der Verein prostet sich zu. Heute sind sie alle gekommen, Vereinsmitglieder, Weggefährten, Angehörige. Neben Hoppe sitzt die Familie des verstorbenen Ehrenvorsitzenden, Ehefrau Monika, Tochter Barbara und Enkelin Sophie. „Es ist uns nun eine Ehre, euch das Klostermann-Heft vorzustellen“, sagt Hoppe. Ein besonderes Heft, das ausschließlich Beiträge von Klostermann selbst enthält.

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Josef Klosterman ist im Mai 2018 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben. Der langjährige Direktor des Geologischen Dienstes NRW mit Sitz in Krefeld war auch als „Entdecker des Wals von Kervenheim“ überregional bekannt. Der renommierte Eiszeitforscher entdeckte 1987 das Skelett des zehn Millionen Jahre alten Bartenwals, das bis heute im Foyer des Geologischen Dienstes zu besichtigen ist. Klostermann war Geologe, Geohydrologe und Klimaforscher. Das erste Heft im neuen Jahr soll auch sein Heft sein. Eine Würdigung an einen Mann, der nicht nur die Erdgeschichte erforschte, sondern sich auch die Zukunft des Planeten sorgte.

Deshalb hat der Naturwissenschaftliche Verein in der neuen Ausgabe die wichtigsten Arbeiten aus mehr als 170 Publikationen noch einmal zusammengestellt – neben einem bislang unveröffentlichten Aufsatz über die Grundlagen des Klimawandels. Dort skizziert Klostermann die Zukunft des Klimas am Niederrhein und warnt, dass die Region auch weiter von extremen Hitzewellen erfasst werden wird. Das sei aber keinesfalls ein Dauerzustand: Sollte das Grönlandeis vollständig schmelzen, könnte das Klima am Niederrhein in einigen Jahrzehnten wieder stark abkühlen, weil der Golfstrom durch die Süßwasserzufuhr aus dem Eis zusammenbrechen kann. In weiteren, bisher erschienen Texten befasst sich Klostermann mit der Rheinstromverlagerung bei Xanten, den tektonischen Bewegungen am Viersener Sprungsystem und natürlich mit dem fossilen Wal von Kervenheim. In dem Beitrag beschreibt der Geologe, wie er das Skelett 1987 gefunden hat und was die Entdeckung für die Erforschung der Meerwassertemperaturen im Tertiär-Zeitalter bedeutet.

Unter Kollegen hieß es über Klostermann: „Die Geologie ist sein Hobby, seine Leidenschaft und folgerichtig sein Beruf.“ Hoppe hat nicht nur einen Kollegen verloren, sondern auch einen Freund. „Wenn die Erde irgendwo gewackelt hat, dann wurde Josef Klostermann gefragt“, sagt er. Und dann, am Ende, als Hoppe Platz genommen hat, da will auch die Enkelin, Sophie, etwas sagen. „Lasst uns alle beten, für meinen Opa.“