Krefeld: So sieht Krefelds neue Gesamtschule aus

Krefeld: So sieht Krefelds neue Gesamtschule aus

Der Umbau der Gesamtschule Oppum gleicht einer Operation am offenen Herzen. Bei laufendem Schulbetrieb wird in den kommenden Jahren abgerissen, neu gebaut und saniert. Die Stadt investiert rund 16 Millionen Euro.

Mit dem rund 16 Millionen teuren Ausbau der Realschule Oppum zur Gesamtschule wird sich das Gesicht der Schule am Sandberg stark verändern. Erstmals liegen jetzt Grafiken vor, die zeigen, wie die geplanten Neubauten auf dem Schulgelände aussehen werden. Bis Um- und Neubauten fertig sind, wird es allerdings noch Jahre dauern. Denn die Erweiterung wird sozusagen am offenen Herzen, nämlich bei laufendem Schulbetrieb, vorgenommen.

Schulleiterin Birgit Oelmüllers-Hoff mit der Ansicht der neuen Gebäude, dargestellt aus Richtung Turnhalle. Foto: cpu

Im Büro der Schulleiterin Birgit Oelmüllers-Hoff hängt nicht nur eine Ansicht des schicken Neubaus, der auf dem Schulhof entstehen wird und in dem Klassen- und Fachräume, eine Mensa mit Bühnenbereich, ein Selbstlernzentrum sowie Büros Platz finden werden. Sondern, zunächst wichtiger, ein detaillierter Ablaufplan der Bauarbeiten. Das Unterfangen ist komplex. Denn Schüler und Klassen müssen in den nächsten dreieinhalb Jahren mobil bleiben, wenn die einzelnen Gebäudeteile saniert oder sogar abgerissen werden. Am Ende des Prozesses steht eine moderne Schule für rund 1100 Kinder. Derzeit sind es 290, mit jedem neuen Schuljahr kommen fünf Klassen hinzu.

Die geplanten Neubauten sind links und rechts unten eingezeichnet. Der rot markierte Abschnitt der Schmiedestraße wird dem Schulgelände zugeschlagen. Foto: Carola Puvogel

Los geht es mit einem Bauabschnitt, auf den Oelmüllers-Hoff sich sehr freut: "Neben der alten Toilettenanlage entsteht unser Schmuckkästchen: Zwei Technikräume für Holz-, Metall- und Elektroarbeiten mit verglasten Fronten für viel Tageslicht und einem Maschinenraum zur Unterrichtsvorbereitung in der Mitte." Zum Schuljahr 2019/20 können die Räume bezogen werden. Dann kommen auch die alten Toiletten weg und werden durch eine neue, auch behindertengerechte Anlage ersetzt. "Die Realschule ist nach dem Sommer raus, dann wird der erste Altbau frei und saniert", erklärt die Schulleiterin.

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Der Abriss von Pausenhalle und Pavillons als Vorbereitung für den großen, rechtwinklig angeordneten Neubau an Straßenbahnschienen und Turnhalle im westlichen Bereich des Schulgeländes beginnt etwa im Frühjahr 2019. Dieser Neubau besteht aus einem dreigeschossigen Gebäuderiegel mit Abmessungen von 44 mal 21 Meter und einem trapezförmigen, viergeschossigen Baukörper. Das Pausengelände wird im Anschluss neu gestaltet. Abgepollert und dem Schul -und Pausengelände zugeschlagen wird dann der Straßenabschnitt der Schmiedestraße, der aktuell das Schulgelände teilt, als Sackgasse bis zu den Bahnschienen führt und vor allem als Parkfläche genutzt wird. Für Fußgänger wird der Weg aber weiter passierbar bleiben. Neu ist ebenfalls ein großer Lehrerparkplatz, der zwischen Engelbert-Hess Turnhalle und Sandberg gebaut wird.

Der letzte Bauabschnitt wird die Sanierung des Altbaus mit dem Türmchen sein. "Wir werden übrigens das coolste Lehrerzimmer in ganz NRW bekommen", erzählt die Schulleiterin. Das entsteht in der alten Gymnastikhalle des Türmchen-Gebäudes; und die historischen, turnhallentypischen Elemente sollen erhalten bleiben. Eine weitere Turnhalle im Keller des Gebäudes wird derzeit als Mensa genutzt, soll aber nach der Sanierung wieder Turnhalle werden. 40 moderne Lehrer-Arbeitsplätze werden über alle Gebäude verteilt entstehen. Oelmüllers-Hoff lobt die Zusammenarbeit mit Schulamt und Verwaltung: "Wir waren als Schule immer beteiligt und konnten gemeinsam planen, was die nächste Schüler-Generation braucht."

Sorgen macht die Schulleiterin um die Verkehrssituation rund um die Schule. Die Straßenbahn-Haltestelle am Sandberg ist mit ihren schmalen Bahnsteigen zu klein, um 1200 Schüler aufzunehmen, die um 15.50 Uhr zeitgleich Schulschluss haben. Auch der Elterntaxi-Verkehr sorgt, wie berichtet, für Missstimmung, auch unter den Anwohnern. Der Bürgerverein Oppum hatte daher vorgeschlagen, eine Elternhaltestelle etwas abseits der Schule einzurichten. Die Schulleiterin steht der Idee nicht ablehnend gegenüber. Aber: "Eigentlich wäre es mir am liebsten, wenn Eltern ihren Kindern zutrauen würden, selbstständig zur Schule zu kommen." Denn, so Oelmüllers-Hoff: "Irgendwann müssen die Kinder anfangen, sich dem Lebensalltag zu stellen."

(RP)
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