Krefeld: Slam-Publikum feiert fröhliche Wissenschaftler

Krefeld : Slam-Publikum feiert fröhliche Wissenschaftler

Der erste Science Slam war ein großer Erfolg.

Was macht man, wenn man keine Zeit und keine Geräte hat, um auszuprobieren, ob eine These Bestand hat? Man greift auf Erfahrungswerte von TV-Persönlichkeiten zurück. Und so flimmerte eine Szene aus den Simpsons über die Bildschirme in der Mediothek. Rund 250 Besucher des ersten Krefelder Science Slams starrten gebannt auf die Fernseher, die Marge Simpson zeigten, wie sie einen Kuchen im Schnellverfahren backen will - und scheitert. Denn: Wenn man etwas einfach heißer macht, dann wird es nicht automatisch schneller gar. Es explodiert im Zweifel sogar.

Vier Nachwuchsforscher und Professoren waren angetreten, um zu beweisen, dass Naturwissenschaften spannend und auch unterhaltsam sein können. Die Idee zum Science Slam hatte Prof. Andrea Wanninger von der Hochschule Niederrhein (HN), veranstaltet wurde er als Kooperation zwischen Initiative "Zukunft durch Industrie Krefeld", HN und Mediothek. "Mit solch einem massiven Andrang haben wir nicht gerechnet. Wir mussten sogar einigen absagen, die sich anmelden wollten", sagte Wanninger. Zehn Minuten hatte jeder Teilnehmer, um sein Thema anschaulich und unterhaltsam dem Publikum vorzustellen. Die Zuschauer durften darüber abstimmen, wer den besten Vortrag gehalten hat. Heimlicher Favorit war Prof. Thomas Brock, der unter dem Titel "Die perfekte Schönheit - Wie sich die Aufhübschungen und Restaurationen bei Mann/Frau/Auto gleichen", Namen und Methoden der Lack- und Kosmetikindustrie verglich. So wird die Oberfläche eines Autos abgeschliffen, bevor sie lackiert werden kann. "Was macht man bei Orangenhaut? Auch da wird poliert", sagte Brock.

Es siegte schließlich Volker Bliem mit "Technische Chemie - Wenn es doch auf die Größe ankommt". Er setze auf visuelle Effekte, ließ die Simpsons für sich experimentieren, bestach das Publikum mit Süßigkeiten und erklärte launig die Mechanismen in der chemischen Produktion von der Erfindung bis zur Massenproduktion. Bei ihm stimmte die Balance zwischen Information und Unterhaltung. Jeder konnte mindestens zwei Erkenntnisse mitnehmen: "Chemie ist wie Kochen!" und "Mit größerem Gerät geht größere Verantwortung einher".

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Volle Punktzahl hätte Professor Achim Eickmeier mit seinem Vortrag eingefahren, wenn er nicht außer Konkurrenz gelaufen wäre. Er zeigte, wie man aus Gurken einen Glühbirnenersatz zaubern kann.

Bleibt zu hoffen, dass der erste Science Slam nicht der letzte in Krefeld sein wird.

(RP)
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