Krefeld: Siempelkamp peilt Milliarde Umsatz an

Krefeld: Siempelkamp peilt Milliarde Umsatz an

Siempelkamp will seinen Wachstumskurs fortsetzen und in den nächsten Jahren erstmals in der Unternehmensgeschichte an der Milliardengrenze beim Umsatz kratzen. Dazu will die Gruppe ihr Firmenportfolio erweitern. Das Geschäftsjahr 2017 übertraf das Vorjahresergebnis. Das Unternehmen sei "voll ausgelastet", erklärte Geschäftsführer Hans W. Fechner.

Die Internationalisierung der Krefelder Siempelkamp-Gruppe geht voran, die Verschlankung im Personal zeigt Früchte, und der Zukauf weiterer Spezialfirmen bleibt im Visier. Auf diese Weise will der Maschinenbauer auch in Zukunft Komplettlösungen anbieten und in den kommenden Jahren erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Umsatz von rund eine Milliarde Euro machen. Über diese Ziele informierte Geschäftsführer Hans W. Fechner in einem Bericht zum vergangenen Geschäftsjahr 2017.

"Aktuell, im 135. Jahr seiner Firmengeschichte, setzt das Unternehmen weiter auf Wachstum, denn auch für 2018 zeichnet sich ein positiver Geschäftsverlauf ab. Ziel ist es, in den nächsten Jahren den Umsatz bis auf rund eine Milliarde Euro zu steigern; weitere Zukäufe geeigneter Spezialunternehmen werden dazu beitragen. Diese Strategie zahlte sich bereits in der Vergangenheit aus: Für 2017 verzeichnet die auf den Bereich Zerkleinerungstechnik und Recycling spezialisierte Siempelkamp-Tochter Pallmann einen Auftragseingang von 70 Millionen Euro. Auch Strothmann, in der Gruppe für die Bereiche Handling und Automatisierung zuständig, verbucht einen Auftragseingang von 37 Millionen Euro - ein Rekordwert. Ebenfalls erfreulich: Die Siempelkamp-Gießerei verzeichnet im Kontext umkämpfter Märkte einen außergewöhnlichen Auftragseingang von 82 Millionen Euro", heißt es dazu wörtlich.

Hans W. Fechner, Geschäftsführer der Siempelkamp-Gruppe, blickt optimistisch ins Jahr. Foto: Lammertz

Siempelkamp sei als internationaler Technologiekonzern in immer mehr Branchen etabliert. Er verzeichne ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017. Mit einem Auftragseingang von 720 Millionen Euro und einem Umsatz von 717 Millionen Euro habe das Unternehmen mit Stammsitz in Krefeld seine Vorjahresergebnisse übertroffen und sei voll ausgelastet.

Im vergangenen Jahr sei es Siempelkamp gelungen, insbesondere im Bereich Holzwerkstoffindustrie die wichtigsten Aufträge im Markt zu gewinnen. Dabei hätten sich die Big Player der internationalen Holzwerkstoffproduzenten von den Produkten aus dem Hause Siempelkamp und seiner Töchter überzeugt gezeigt. Insgesamt orderten weltweit vertretene Kunden zwölf Holzwerkstoff- und zwei Kurztaktpressenanlagen. Im Bereich Metallumformung gaben Kunden zwei Pressen und zwei Modernisierungen sowie im Bereich Composite-Werkstoffe sechs Pressen in Auftrag.

Die Siempelkamp-Gießerei verzeichnet einen außergewöhnlichen Auftragseingang. Foto: SKG
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Als Meilenstein im Zeichen von Öko-Geschäften (green business) und Ressourceneffizienz gilt für die Krefelder die Order der kalifornischen CalAg LCC: Sie orderte eine Siempelkamp-Komplettanlage für die Verarbeitung von Reisstroh auf Basis eines hoch innovativen Verfahrens (wir berichteten). Die Nachfrage speiste sich 2017 generell insbesondere aus Aufträgen, die Kunden aus Indien, China, Vietnam und den USA platzierten. "Unser Ziel ist es, unsere Technologieführerschaft in vielfältigen Bereichen zur Verbesserung der Lebenswelten einzusetzen - ob in der Holzwerkstoffindustrie, in der Luft- und Raumfahrtindustrie, in der Automobilindustrie oder im Rückbau von Kernkraftwerken", sagte Hans W. Fechner.

Kein Umsatz- und Ergebniswachstum ohne Investitionen: Im zurückliegenden Geschäftsjahr investierte die Siempelkamp-Gruppe rund 20 Millionen Euro, unter anderem in den groß angelegten Standortausbau in Tschechien und in China. Dort treffe die Nähe zum chinesischen Markt auf Zuspruch: Die chinesische Tochtergesellschaft Siempelkamp Qingdao erhielt den ersten Direktauftrag eines chinesischen Kunden. Ende 2017 schloss sich ein weiterer Direktauftrag an, den der langjährige Siempelkamp-Kunde Vanachai platzierte.

Foto: Thomas Lammertz

"Internationalisierung, Ingenieurskunst und Fertigungsprofessionalität sowie nachhaltige Bekenntnis zur Etablierung unserer Technologien in immer neuen Märkten - das ist die Basis unseres Erfolges. Mit 'Leadership in Technology' werden wir auch in diesem Jahr zu einem weiteren erfolgreichen Geschäftsjahr gestalten", erklärte Hans W. Fechner sehr überzeugt.

(sti)