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Siemens testet Aufsätze für Türgriffe an Zügen aus dem Werk Krefeld

Wirtschaft in Krefeld : Siemens testet Aufsätze für Türgriffe an Zügen

Die Russischen Eisenbahnen (RZD) hatten im Sommer des vergangenen Jahres neue Züge aus dem Krefelder Siemens-Werk in Uerdingen an der Duisburger Straße bestellt. 1,1 Milliarden Euro war der Auftrag schwer.

Schon 2006 orderten sie Hochgeschwindigkeitszüge „Made in Krefeld“.

In Zeiten der Corona-Pandemie testen die  Russischen Eisenbahnen derzeit 36 Anbauteile für Türgriffe von Siemens Mobility. Die Aufsätze ermöglichen es, Türen nicht mit der Hand, sondern mit dem Ellenbogen oder dem Unterarm zu öffnen. Damit soll die Verbreitung von Keimen oder eines Virus wie Corona verringert werden. Siemens Mobility hat die Prototypen in mehrere Desiro-Züge eingebaut, die die RZD in Moskau betreibt.

Siemens Mobility habe erst kürzlich zwei Stratasys 3D-Drucker für die Wartung der russischen Zugflotte gekauft, zu der auch mehrere Velaro-Hochgeschwindigkeitszüge zählen. Siemens Mobility sei seinerzeit mit der Instandhaltung der Velaro-Züge für einen Zeitraum von 30 Jahren beauftragt worden. Die Drucker würden in Moskau und St. Petersburg eingesetzt und stellten einen Eckpfeiler des von Siemens Mobility aufgebauten Netzwerks „Easy Sparovation Part“ dar. Ziel des Netzwerks sei es, den Schienenverkehr mithilfe von 3D-Druck und einem digitalen Inventar an Originalzugbauteilen zu optimieren und den Austausch sowie die Herstellung von Ersatzteilen für Fahrzeuge zu vereinfachen. Das spare Zeit, Produktionskosten und den Bedarf an Ersatzteilen, informierte der Sprecher.

„Der 3D-Druck bietet Siemens im täglichen Geschäft die Flexibilität, Bauteile jederzeit selbst zu erstellen und zu ersetzen. Jetzt nutzen wir  diese Technologie, um kurzfristig und auf Bestellung  Türaufsätze herzustellen, die den gesteigerten Bedarf der Kunden nach besonderen Gesundheits- und Schutzmaßnahmen bedienen“, sagt Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility.