Siemens Krefeld baut 54 Wagen für DB Regio

Fünfter Großauftrag in einem Jahr : Siemens Krefeld baut 54 Wagen für DB Regio

Neuer Großauftrag für das Siemens-Werk in Uerdingen – der fünfte in knapp einem Jahr: Brandenburg ordert 18 neue dreiteilige Züge des Typs Mireo. Im Herbst 2022 sollen die 54 Wagen ausgeliefert werden und im Winter ihren Dienst rund um Frankfurt an der Oder im Netz an der Lausitz aufnehmen.

Die Belegschaft des Siemens Zugwerks an der Duisburger Straße in Uerdingen kann fast die Uhr danach stellen, in welcher Taktung neue Aufträge für den Bau von Regionalzügen der Typen Desiro und Mireo in Krefeld eingehen. Im März, Mai, November und Dezember des vergangenen Jahres sowie am gestrigen Freitag orderten diverse Eisenbahnunternehmen neue moderne Züge für den Regionalbetrieb.

Die Deutsche Bahn (DB) Regio hat nun bei Siemens Mobility 18 dreiteilige Mireo-Züge für den Einsatz im Netz Lausitz in Brandenburg und Sachsen bestellt. Der Vertrag wurde am vergangenen Donnerstag von beiden Seiten unterzeichnet. Vorausgegangen war der Zuschlag für das Netz Lausitz durch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) im Auftrag des Landes Brandenburg und des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL).

Die neuen dreiteiligen Mireo-Züge von Siemens Mobility verfügen nach Herstellerangaben über 180 Sitzplätze, die erhöhten Komfort und barrierefreies Reisen möglich machen. Die Bestellung der Fahrzeuge umfasst ein Ausstattungsniveau mit W-Lan, Ladestellen für E-Bikes, energiesparenden Leuchten, Steckdosen mit integrierten USB-Ladestellen, induktiven Lademöglichkeiten an den Tischen mit vis-à-vis-Bestuhlung und einem hochwertigen 1.-Klasse-Bereich.

Siemens Mobility baue die 54 Wagen für die 18 Züge im Krefelder Werk; es sei geplant, die Mireos ab Herbst 2022 auszuliefern. Die Inbetriebnahme finde zwischen Oktober 2021 und November 2022 statt. Die Betriebsaufnahme sei für Ende 2022 geplant, erklärte gestern eine Unternehmenssprecherin.

Staatsekretär Rainer Genilke vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, sagt: „Das sind gute Nachrichten für die Lausitz. Mit den neuen Mireo-Zügen bekommen wir modernere Züge und mehr Qualität. Genau das hatten wir mit dem Vergabeverfahren für das Netz Lausitz 2019 in Aussicht gestellt. Außerdem werden wir mehr Zugkilometer auf die Schiene bringen und die Verkehre in Südbrandenburg bis hin nach Sachsen neu ordnen. Mit diesen Entwicklungen im Verkehrsbereich unterstützen wir den Strukturwandel in der Lausitz.“

Der Zuschlag für das Netz Lausitz mit diesen neuen Fahrzeugen sei ein großer Erfolg. Besonders wichtig sei, dass die Kollegen im Südosten Brandenburgs für weitere 13 Jahre die Beschäftigung sichern konnten, sagte Joachim Trettin, Vorsitzender DB Regio AG, Regio Nordost. „Die modernen Fahrzeuge bringen unseren Fahrgästen einen erheblichen Komfortgewinn.“ Die tolle Ausstattung werde die Attraktivität des ÖPNV in Brandenburg und Sachsen deutlich steigern.

„Wir sind sehr gespannt auf die Züge der neuesten Generation für die Lausitz. Damit erhöhen wir die jetzt schon hohen Qualitätsstandards im Regionalverkehr weiter und die Fahrgäste können sich auf moderne, zuverlässige Fahrzeuge freuen“, sagte Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg.

Ein Loblied auf den Mireo und das Werk, in dem er produziert wird, singt Sabrina Soussan, Chefin von Siemens Mobility. „Wir freuen uns, dass wir den Auftrag bekommen haben, die neuen Züge für das Netz Lausitz zu bauen. Mit diesem Auftrag wird sich die Anzahl der Mireos auf fast 180 Züge erhöhen. Der Mireo ist unsere intelligente und bewährte Regional- und Pendler-Plattform, die Wirtschaftlichkeit mit Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus des Zuges vereinbart und erhöhten Fahrgastkomfort durch viele Extras ermöglicht“, sagte sie. Die neuen Mireo Züge sollen 4,3 Millionen Zugkilometer im Jahr zurücklegen und unter anderem die Linie Frankfurt (Oder) über Cottbus und Finsterwalde nach Falkenberg (Elster) bedienen.