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Krefeld: Sex in Theaterplatzklo - Stadt will Anlage abbauen

Krefeld : Sex in Theaterplatzklo - Stadt will Anlage abbauen

Die Krefelder Stadtverwaltung plant, die 2011 für die Drogenszene installierte Toilettenanlage auf dem Krefelder Theaterplatz wieder abbauen zu lassen. "Das Klo wird für alles benutzt, nur nicht für die Notdurft", sagt Krefelds Gesundheitsdezernent Thomas Visser auf Anfrage.

Schon öfter sollen dort Personen beim Sexualverkehr angetroffen worden sein, außerdem werden offenbar im geschützten Toilettenbereich Drogen verkauft und konsumiert. Auch sollen dort sogenannte Coupons verkauft werden, die von den Drogensüchtigen dann an anderer Stelle gegen Drogen umgetauscht werden. So umgeht die Theaterplatzszene mittlerweile das Risiko, bei einer Polizeirazzia mit Drogentütchen erwischt zu werden.

2010 hatte die CDU vorgeschlagen, eine Toilettenanlage auf dem Theaterplatz zu installieren, auch die Bürgerinitiative Theaterplatz sprach sich für eine solche Lösung aus, forderte aber eine selbstreinigende und autofunktionale Variante. Die Stadt reagierte zunächst skeptisch, im April 2011 teilte Oberbürgermeister Gregor Kathstede dann mit, dass die Toilettenanlage aufgestellt wird.

Jetzt die erneute Kehrtwende. Im Bauausschuss am 25. November soll über den Vorschlag des Abbaus abgestimmt werden. Im Vorfeld hat die Stadt jetzt bei der Politik vorgefühlt: Die Politik habe Verständnis für die Entscheidung, sagt Gesundheitsdezernent Visser. 115 000 Euro hat die Stadt die Toilettenanlage seit der Installation in 2011 bisher gekostet; 15 000 Euro für die Installation, der Rest für Miete sowie das Ausbessern von Vandalismusschäden.

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Den Bau einer festen Toilettenanlage hält Thomas Visser nicht für sinnvoll. "Die Szene verrichtet ihr Geschäft ja jetzt offenbar auch anderswo, nicht im Klo." Er beobachtet auch, dass sich die Szene teilweise verlagert hat. Während es vor Jahren noch 50 bis 80 Personen auf dem Theaterplatz gegeben habe, seien es jetzt nur noch 20 bis 30. Drogensüchtige würden sich mittlerweile auch in der Rathaustiefgarage aufhalten.

Einen Neubau einer Toilettenanlage hält Visser auch aus anderen Gründen nicht für sinnvoll. "Am Isidor-Hirschfelder-Platzes haben wir eine teure Toilette aus Edelstahl gebaut, auch die ist wegen Vandalismusschäden geschlossen."

(RP)