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Krefeld: Separatorenfleisch in Salami - Klage der Stadt scheitert

Krefeld : Separatorenfleisch in Salami - Klage der Stadt scheitert

Das Amtsgericht hat gestern das Krefelder Unternehmen Yayla Türk vom Vorwurf freigesprochen, vorsätzlich Salami mit sogenanntem Separatorenfleisch verkauft zu haben, ohne dass die Dauerwurst entsprechend deklariert war. Städtische Kontrolleure hatten nach der Probe einer Salami der Yayla Türk Lebensmittelvertrieb GmbH mit Sitz an der Emil-Schäfer-Straße den Fall zur Anzeige gebracht.

Der hauptverantwortliche Mitarbeiter G. des Unternehmens legte als Zeuge vor Gericht dar, dass Yayla Türk das Fleisch von Zulieferfirmen beziehe und man bei von Beanstandungen immer sofort mit dem Hersteller Kontakt aufnehme. Das Fleisch für die beanstandete Salami stammte laut Zeuge von der Heinrich Bille GmbH & Co. KG im westfälischen Steinhagen. Der dortige Geschäftsführer Fred Schöning reagierte gestern überrascht, als unsere Zeitung ihn anrief: "Wir haben kein Separatorenfleisch in der Wurst verwendet", sagte er. Der Verteidiger regte an, die Firma Bille GmbH vorzuladen; von möglichen Untersuchungen bei der Firma in Steinhagen war gestern nicht die Rede.

Der gestrige Termin im Amtsgericht machte vor allem eines deutlich - wie groß der Druck im fleischverarbeitenden Gewerbe ist. Bei Separatorenfleisch handelt es sich um Restfleisch, das mittels hohen Wasserdrucks von den Knochen abgelöst wird. Es gilt als nicht gesundheitsschädlich, gleichwohl ist es minderer Qualität. Deshalb müssen Produkte, in denen Separatorenfleisch Verwendung findet, gekennzeichnet sein. Im Falle der Salami war dies offenbar nicht geschehen, weshalb die Staatsanwaltschaft Krefeld Anklage erhob. Der Verteidiger von Yayla Türk monierte insbesondere, dass das Unternehmen erst neun Monate nach der Probe über Mängel informiert worden sei.

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Yayla Türk wurde 1979 gegründet, vertreibt in einem Sortiment von über 180 Produkten traditionelle türkische und orientalische Spezialitäten. Der Geschäftsführer ließ sich gestern durch seine rechte Hand, den 67-jährige Krefelder G., vertreten. Dieser konnte glaubhaft erklären, dass es pro Jahr 100 Kontrollen durch Lebensmittelämter gebe und es bisher nie eine Verurteilung oder Bußgelder gegeben habe. Er machte auch deutlich, dass die zuliefernden Betriebe die Texte Rezeptur auf der Verpackung liefern. Yayla lässt die Salami schon seit einiger Zeit nicht mehr durch das Unternehmen aus Steinhagen produzieren.

(sep)