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Krefeld: Senioren machen Frühstück für Schüler

Krefeld : Senioren machen Frühstück für Schüler

Mitglieder des Linner Clubs Em Cavenn arbeiten ehrenamtlich für Abendrealschüler. Positiver Nebeneffekt des Frühstücksdienstes: Viele Schüler werden zum ersten Mal mit der Idee "Ehrenamtliche Tätigkeit" vertraut gemacht.

Als "Ort der Vielfalt" bezeichnet sich der Seniorenclub Em Cavenn in Linn. Seit über 40 Jahren kommen im Haus an der Albert-Steeger Straße ältere Krefelder zusammen, um gemeinsam zu lernen, mit dem PC umzugehen, zu tanzen, zu spielen, zu Essen oder zu malen. "Wir haben rund 140 Mitglieder und viele weitere Besucher, die aus ganz Krefeld zu uns finden", erzählt Teamleiterin Helene Sinenko. "Viele unserer Senioren kommen nicht nur in die Einrichtung, um an den Veranstaltungen teilzunehmen, oft sind sie bei uns ebenfalls ehrenamtlich engagiert und das tut ihnen gut."

So wie Ellen Mallach, vor ihrem Ruhestand kaufmännische Angestellte, und Ae-Duk Shon, früher Krankenschwester. Die beiden sind an einem Vormittag in der Woche in der Abendrealschule - in der, trotz des anderslautenden Namens, auch tagsüber unterrichtet wird - im Einsatz und stellen dort ein Frühstück für die rund 300 Schüler bereit. "Die Pause von zehn Uhr bis viertel nach zehn war für die Schüler zu kurz, um sich beim Bäcker in der Nähe mit Brötchen zu versorgen", sagt Sinenko. "Deshalb haben uns der Schulleiter und die CDU-Politikern Heidrun Hillmann gefragt, ob wir das nicht übernehmen könnten."

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Seit einigen Monaten teilen sich jetzt die insgesamt acht engagierten Em Cavenn-Senioren die vier Unterrichtstage von Montag bis Donnerstag auf, und richten belegte Brötchen an, die für rund einen Euro verkauft werden. Für diese Tätigkeit werden noch neue Mitarbeiter gesucht. "Wir bieten hier mehr an, als nur Brötchen", meint Helene Sinenko. "Es entsteht ein netter Kontakt und Dialog mit den Schülern." Vielen Schülern, so habe man aus den Gesprächen herausgehört, sei die Idee, ein Ehrenamt ohne Bezahlung auszuüben, erst mal fremd. "Die verstehen 'Ehrenamt' nicht", sagt Sinenko. Insofern sei der Einsatz der Senioren auch ein Denkanstoß und gutes Vorbild.

Der Frühstücksdienst soll, wenn sich genügend Mitarbeiter bereitfinden, bald auch auf das angrenzende Abendgymnasium ausgedehnt werden. "Wir wollen dann mit unserem Angebot auf den Schulhof gehen und so mehr Schüler erreichen." Die Zahl der verkauften Brötchen sei aktuell noch ausbaufähig.

Ebenso ist an einen Verkauf am Nachmittag gedacht, für diesen Dienst zwischen 16 und 18 Uhr werden noch Helfer benötigt. Auch die Linner Kleiderstube, so Sinenko, könnte noch Mitarbeiter gebrauchen, weil die Öffnungszeiten erweitert werden sollen.

(RP)