1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Selbstanzündung in Krefeld: Kurdische Aktivisten solidarisieren sich Opfer - Staatsschutz ermittelt

Nach Selbstanzündung in Krefeld : Kurdische Aktivisten solidarisieren sich mit Brandopfer – Staatsschutz ermittelt

Nach Informationen der Polizei sympathisiert der 43-Jährige, der sich in Krefeld selbst angezündet hatte, mit der PKK. Zuvor soll er schon nicht-angemeldete kurdische Versammlungen besucht haben.

Im Fall des 43-Jährigen, der sich vergangene Woche vor dem Krefelder Gerichtsgebäude in Brand setzte, hat die Polizei jetzt den Staatsschutz eingeschaltet. „Nach unseren Informationen sympathisiert er mit der PKK“, sagt eine Sprecherin der Polizei. Die PKK ist eine Untergrundorganisation, die in der Türkei für einen autonomen Kurdenstaat kämpft. Deutschland stuft sie als Terrororganisation ein. Laut Polizei hat der Mann in der Vergangenheit an zwei pro-kurdischen nicht-angemeldeten Versammlungen in Düsseldorf teilgenommen. Der 43-Jährige hatte sich vergangenen Mittwoch vor dem Gerichtsgebäude angezündet. Kurz zuvor soll er nach Zeugenaussagen lautstark gegen die Isolationshaft des Kurdenführers Abdullah Öcalan und gegen deutsche Polizeigewalt protestiert haben.

Etwa 50 kurdische Aktivisten hielten am Montag vor dem Krefelder Amtsgericht eine Mahnwache ab. Die Gruppe zeigte ihre Solidarität mit dem verbrannten Mann. Ein Bekannter des 43-Jährigen sagt: „Wir verurteilen die Selbstanzündung. Er hat das von sich aus getan.“ Psychische Probleme habe sein Freund aber nicht, sagt er. Gegen das Brandopfer läuft aktuell ein Verfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Vier Tage vor der Verbrennung setzte das Gericht den Prozess aus, um ein psychologisches Gutachten einzuholen.

Vor seiner Tat soll Ugur S. seine Motive aufgeschrieben haben. Den Brief habe er einem Freund gegeben. In dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, heißt es: „Ich protestiere gegen die Isolation Abdullah Öcalans und grüße meine hungerstreikenden Genossinnen und Genossen, die das Leben so sehr lieben, dass sie bereit sind, dafür zu sterben.“ Und weiter: „Um die Existenz des kurdischen Volkes gegenüber denjenigen zu verteidigen, die glauben, die Kurdinnen und Kurden mit dem internationalen Komplott vernichten zu können, werde ich den würdevollsten Akt des Widerstands leisten.“ Derzeit wird der Mann in einer Spezialklinik behandelt, sein Zustand ist weiter kritisch.