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Schwimm-Vereinigung Krefeld (SVK72) feiert ihr 50-jähriges Bestehen​

Sommerfest zum Jubiläum : SVK ‘72 feiert ihr 50-jähriges Bestehen

Die Schwimm-Vereinigung Krefeld 1972 feiert ihr 50-jähriges Jubiläum. Seinen Ursprung hat der Vereine im Jahr 1893. 1972 schlossen sich zwei konkurrierende Clubs zusammen – aus guten Gründen.

Es gibt eine Mär über die Entstehung der Schwimm-Vereinigung Krefeld 1972 – ob die Geschichte stimmt, kann niemand sagen. „Damals gab es zwei konkurrierende Vereine“, erzählt die Vorsitzende Julia Vogel. „Der eine hatte ein reges Vereinsleben, der andere war sportlich sehr erfolgreich. Nach einem Wasserballturnier, das sie gegeneinander bestritten hatten, sagte der Gewinnerverein zum Verlierer: ,Ihr könnt gut feiern, wir können gewinnen. Wir sollten uns zusammentun‘.“ Ob es so gewesen ist, sei dahingestellt, doch hatten der jüngere Krefelder Schwimm-Klub 1909 (KSK09) und der 1893 gegründete Krefelder Schwimm-Verein (KSV93) auch andere Gründe für einen Zusammenschluss. Das ist nun 50 Jahre her. Das Jubiläum wollen die Vereinsmitglieder der daraus hervorgegangenen SVK72 an diesem Wochenende mit einem dreitägigen Fest feiern.

Los geht es am heutigen Freitag ab 18 Uhr mit dem Live-Event für alle über 30 Jahre, gefolgt vom Sommerfest am morgigen Samstag. „Wir haben bereits alle 500 Tickets verkauft und sind damit ausverkauft“, berichtet die Vorsitzende. „Ob es am Samstag auch eine Abendkasse geben wird, wissen wir noch nicht.“ Wer kein Ticket ergattern konnte, der ist zum Kinderfest mit einer Aufführung des Kresch Theaters am Sonntag eingeladen. An diesem Tag wird auch ein ganz besonderer Gast anwesend sein: „Wiltrud Urselmann-Haferkamp kommt. Sie hat 1960 in Rom die olympische Silbermedaille erreicht“, erzählt Vogel. Mit ihren 80 Jahren gehört die ehemalige Leistungssportlerin zu den ältesten Mitgliedern der SVK72 – und war davor bereits in den beiden Schwimmvereinen aktiv, aus denen der Verein hervorging.

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Doch warum eigentlich schlossen sich zwei so unterschiedliche, in Konkurrenz zueinander stehende Vereine zusammen? Gegründet wurden beide Vereine nach dem Bau des Stadtbades, das 1890 von der Stadt „Crefeld“  für etwa eine Million Reichsmark gebaut wurde, heißt es in der Vereinshistorie. Während des ersten Weltkrieges wurde das Bad geschlossen, die Vereine wichen auf Naturfreibäder aus, die jedoch aufgrund des stetig sinkenden Grundwasserpegels verschlammten und nicht mehr nutzbar wurden. „Weitsicht und Kooperationsbereitschaft waren die Grundvoraussetzungen“, heißt es in der Historie der SVK72, die dazu führten, dass die Vereine überlebten, indem sie sich zusammenschlossen und eine „moderne Freibad-Schwimmanlage in bester stadtnaher Lage an der Palmstraße“ errichteten.

 Sportliche Wettbewerbe stehen bei der SVK72 ebenso hoch im Kurs wie ein reges Vereinsleben mit vielen Festen.
Sportliche Wettbewerbe stehen bei der SVK72 ebenso hoch im Kurs wie ein reges Vereinsleben mit vielen Festen. Foto: svk

Dabei profitierten die Vereine auch in anderer Hinsicht voneinander. Beim KSV93 stand der soziale Aspekt im Fokus, heißt es in der Historie, der Schwerpunkt des KSK09 lag stärker auf der sportlichen Seite. „1972 dann war der Zusammenschluss und die Gründung der SVK72 – doch damals war an der Palmstraße noch nichts weiter als eine trocken fallende Kull“, erzählt Vogel.

Erst nach zwei Jahren Planung und fast zwei weiteren Jahren Bauzeit konnten 1975 die ersten Mitglieder ins kühle Nass springen. „Die ersten Mitglieder sind quasi einer Baustelle beigetreten“, sagt Vogel lachend. Heute zählt der Verein rund 5000 Mitglieder, etwa 60 von ihnen sind Mitglieder der ersten Stunde und selbstverständlich am Wochenende unter den Besuchern.

Mit den Jahren hat sich einiges getan an der Palmstraße und wird sich weiter etwas tun. „Unser leitender Techniker hält mit einem unglaublichen Engagement alles in Schuss. Das Freibad ist inzwischen eben 50 Jahre alt. Demnächst müssen die Rohre um das Becken herum erneuert werden“, sagt Vogel. Mit Fördergeldern des Landes im Rahmen des Projektes „Moderne Sportstätten“ konnte bereits die Heizungsanlage erneuert werden, demnächst soll das Gelände barrierefrei werden. „Die Mitglieder werden älter, für einen Rollstuhl sind etwa die Umkleiden zu beengt.“

Dank einer wichtigen Modernisierung sei der Verein gut durch die Corona-Pandemie gekommen: „Ein Jahr zuvor haben wir ein automatisches Kontrollsystem für die Mitgliedsausweise eingeführt. Sonst hätten wir die Kontrollen nicht stemmen können“, sagt Vogel. Dabei bewerkstellige der Verein viel in Eigenleistung – und das wollen die Mitglieder am Wochenende feiern.