Schwebstoffe trüben das Wasser: Hülser Freibad erneut geschlossen

Schwebstoffe trüben Wasser : Hülser Freibad geschlossen - 90.000 Euro für die Instandsetzung brachten keine Besserung

Gerade erst ist das Hülser Freibad für 90.000 Euro ertüchtigt worden. Mittwoch durften die ersten Badegäste schwimmen. Donnerstag meldete die Stadt erneut die Schließung des Freibades. Bezirksvorsteher Hans Butzen ist verärgert.

Es ist kaum zu glauben: Monatelang haben Experten die Arbeiten am Hülser Freibad begleitet. Das Wasser war bekanntlich durch Schwebstoffe eingetrübt, so dass kein Schwimmen mehr möglich war. Deswegen wurde eine Filteranlage eingesetzt, um die Eisen- und Mangan-Schwebstoffe zu reduzieren. Außerdem wurde für 50.000 Euro eine neue Kiesschicht auf die bestehende Schicht aufgebracht. Insgesamt kosteten die Arbeiten am Freibad 90.000 Euro. Passend zum herrlichen Sommerwetter nutzten Mittwoch die ersten Badegäste das erneuerte Bad. Der Spaß währte nur wenige Stunden. Donnerstag meldete die Verwaltung: „Die Stadt Krefeld hat sich entschlossen, den Badebetrieb im Naturfreibad Hüls mit sofortiger Wirkung vorübergehend einzustellen.“ Grund für die Schließung ist „die erneut aufgetretene erhebliche und somit sicherheitsrelevante Eintrübung des Badegewässers.“ Eine Ursache für die Trübung gibt besonders zu denken. So heißt es im Text des Presseamtes: „Außerdem trüben nach jetzigen Erkenntnissen Ausspülungen der erst kürzlich in das Hülser Bad eingebrachten Kiesschicht die Sicht.“

Bezirksvorsteher Hans Butzen ist mehr als verärgert über das Vorgehen der Stadt. In einer Stellungnahme schreibt er: „Unverständlich ist für mich, dass die neue Kiesschicht aufgebracht wurde, ohne vorher die alte Kiesschicht zu entfernen und den mit Schwebeteilchen belasteten Untergrund zu reinigen. Ich selbst habe den Fachbereich Sport und Bäder darauf hingewiesen, dies zu tun. Jedem halbwegs klar denkenden Menschen muss doch bewusst sein, dass nur ein Austausch der Kiesschicht und die Säuberung des Untergrundes das Risiko weiterer Trübungen und Algenbildungen deutlich reduzieren würde.“

Nach der Öffnung des Bades hatte sich die Tiefensicht laut Stadt stündlich verschlechtert, so dass es zu der Entscheidung kam, das Naturbad Hüls zu schließen. So bedauerlich die kurzfristige Schließung auch sei, müsse die Sicherheit der Badegäste Vorrang haben, heißt es im Stadttext. Abgesagt ist damit auch die Aktion am Samstag „Badespaß mit Sicherheit“.

Der Fachbereich Sport und Bäder wird jetzt mit dem Abpumpen der rund 3000 Kubikmeter Wasser beginnen, um den Kies zu spülen und die Schwebstoffe abzusaugen, damit die erforderliche Sichttiefe wieder erreicht wird. Bei Bedarf kann der Fachbereich ab dem 7. Juli auf die Unterstützung der Feuerwehr-Löschzüge Uerdingen und Hüls zurückgreifen. Bezirksvorsteher Butzen rechnet damit, dass das Freibad für einen längeren Zeitraum geschlossen bleiben wird. Er hat die Verantwortlichen der Stadt, Bernhard Plenker vom Fachbereich Umwelt und Matthias Pasch vom Fachbereich Sport, für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch, 4. Juli, ab 17 Uhr im Ökumenischen Begegnungszentrum an der Leuther Straße eingeladen. Thema einmal mehr: Die Schließung des Hülser Freibads.

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