1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Schwanenmarkt: Eigentümer ziehen Klage wegen Denkmalschutzes zurück

Einzelhandel am Schwanenmarkt : Klage zum Denkmalschutz vom Tisch

Im Jahr 2014 haben die israelischen Brüder Schapira den Schwanenmarkt gekauft. Viel passiert ist seitdem nicht. Der Denkmalschutz machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Jetzt haben sie ihre Klage dagegen zurückgezogen.

Die Eigentümer des Krefelder Einkaufscenters Schwanenmarkt haben ihre Klage gegen die Eintragung des Schirmhauses an der Hochstraße 102 in die Denkmalliste zurückgezogen. Das bestätigte am Mittwoch Stadtsprecherin Angelika Peters auf Anfrage unserer Redaktion. Damit scheinen die Brüder Pinchas und Samuel Schapira einzulenken und ihren Widerstand gegen die Auffassung der Fachbehörde und dem Wunsch aus der Bürgerschaft aufzugeben.

Die beiden hatten die Immobilie im Frühjahr 2014 gekauft und angekündigt, den mehr als 40 Jahre alten Schwanenmarkt kräftig zu modernisieren, um- und auszubauen — in ein neues Zeitalter zu führen. Benachbarte Immobilien wie das Modehaus Greve, der Walbusch-Komplex und das Schnitzler-Haus (Schirmhaus) wurden überplant, erworben oder zumindest Kaufgespräche geführt.

Zum Knackpunkt geriet das Schnitzlerhaus, in dem früher ein Schirm- und Hutgeschäft untergebracht war. Die Untere Denkmalbehörde stellte nicht nur die Fassade, sondern auch das Innere zum Teil — darunter die Treppenanlage — unter Denkmalschutz. Problem: Die Geschosshöhen in dem historischen Gemäuer stimmten nicht mit der übrigen Planung überein. Der Eigentümer ging vor Gericht. Nun zog er die Klage zurück. „Damit ist das Gebäude rechtskräftig in die Denkmalliste der Stadt Krefeld eingetragen und die erste Stufe des Denkmalverfahrens abgeschlossen“, sagte die Stadtsprecherin.

Die großen Um- und Neubaupläne für den Schwanenmarkt können jetzt im Einklang mit der Denkmalbehörde wieder aufgenommen werden. Foto: Lammertz, Thomas/Lammertz, Thomas (lamm)

Im Rahmen der zweiten Stufe gehe es um eine Nutzung des Baudenkmals Schnitzlerhaus, die anhand von Planungen abzustimmen sein werde, erklärte Angelika Peters für die Krefelder Stadtverwaltung. Die Eigentümer hinken schon jetzt deutlich hinter ihrem Zeitplan her. Zu Beginn dieses Jahres sollten eigentlich alle Arbeiten abgeschlossen und das neue Einkaufszentrum eröffnet sein.

Nun geht das Projekt offensichtlich in eine neue Phase. Inwieweit die Planung der Investoren bereits überarbeitet ist, bleibt unklar. Center-Manager Christopher Wessel war von der gestrigen Nachricht über das Ende der Rechtsstreitigkeiten selbst überrascht. Krefelds Planungsamtschef Norbert Hudde hatte in einer öffentlichen Bürgeranhörung zu den Um- und Neubauplänen von einer 18-monatigen Bauzeit gesprochen. Zuvor müssten alle Pläne abgestimmt, die Anträge eingereicht und Genehmigungen zum Bau erteilt werden. Frühester Fertigstellungstermin ist demzufolge Anfang 2020.

Zu den bekannten Absichten in den zurückliegenden Monaten zählten die Sanierung der 220 Wohnungen aus den 1970er Jahren, der Abriss des Parkhauses an der Evertsstraße und ein dort entstehender Neubau für Lebensmittelgeschäfte im Erd- und im Untergeschoss. Die oberen Etagen sollten als Parkfläche dienen. Abgerissen werden sollte auch das frühere Modehaus Greve und der Walbusch-Komplex, um dort Neubauten mit viel Glas hochzuziehen. Die dreizügige Kindertagesstätte auf dem Dach des Parkhauses müsste innerhalb des Gesamtkomplexes umziehen.

Der Schwanenmarkt in der Innenstadt zwischen Breite Straße und Hochstraße, Evertsstraße und Poststraße verfügt derzeit unter anderem über 11.100 Quadratmeter Verkaufsfläche mit rund 40 Shops, 760 Quadratmeter Bürofläche sowie 220 Wohnungen. Er wurde im Jahr 1976 eröffnet.