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Krefeld: Schutzgeld-Prozess: TV-Gerät wurde zur Waffe

Krefeld : Schutzgeld-Prozess: TV-Gerät wurde zur Waffe

Der Vorwurf der Schutzgelderpressung gegen zwei Angeklagte hat sich am gestrigen zweiten Verhandlungstag vor dem Krefelder Schöffengericht nicht bestätigt. Das Gericht war dagegen fest davon überzeugt, dass sich die zwei der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hatten. Sie wurden zu je einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Die 23 und 24 Jahre alten Männer hatten im Februar einen Mann, der nach eigenen Angaben freiwillig und kostenlos für seine Freundin ein privates Bordell bewachte, zusammengeschlagen.

Ein weiterer Mieter des Hauses auf der Oppumer Straße war brutal zusammengeschlagen worden, als er ihm zu Hilfe eilte. Unter anderem hätten die ihm bis dahin unbekannten Männer mehrmals einen Fernseher auf ihn geworfen, so dass er schwere Verletzungen davontrug. Die Körperverletzungen sah das Gericht als erwiesen an.

Weniger klar blieb das Motiv für die Taten. Der erste Geschädigte hatte von Schutzgelderpressung gesprochen. Es habe Verständigungsschwierigkeiten gegeben, auf Englisch hätten die beiden ihn dann aufgefordert, Geld herauszugeben. Auch mit dem Tode hätten sie ihm gedroht. Es soll dabei der Satz "I kill you" gefallen und die Forderung "Tomorrow money" erhoben worden sein – so hatte es am ersten Verhandlungstag geheißen.

Um räuberische Erpressung handele es sich nur, wenn man mit Gewalt die Herausgabe von Hab und Gut erzwinge, auf das man keinen Anspruch habe, erläuterte der Richter die Sachlage. Die beiden Angeklagten waren aber wohl davon ausgegangen, dass die Frauen, die Auslöser des Streits waren, nicht bezahlt worden seien.

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Der Geschädigte dagegen hatte behauptet, die Damen seien aus Hobby diesem Gewerbe nachgegangen und hätten ihren Verdienst in die eigene Tasche stecken dürfen. Sie seien wütend auf ihn gewesen, weil er die in sie investierten Werbekosten zurückforderte.

Die Angeklagten hätten möglicherweise geglaubt, die Frauen haben tatsächlich einen Anspruch auf Geld gehabt. Von räuberischer Erpressung könne man deshalb nicht sprechen.

(RP)