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Schulstart Krefeld: so sind die Grundschulen auf den 7. Mai vorbereitet

Nach Schulminister-Mail : Dieser Grundschul-Start in Krefeld ist „sportlich“

Ab Donnerstag soll an den Grundschulen mit den Viertklässlern der Betrieb starten. Alle Schüler könnten ab dem 11. Mai wieder Unterricht bekommen. Das sei zwar sehr sportlich, aber machbar, meint Schulleiter Andreas Czymay.

Die Teams der Krefelder Grundschulen stehen in den Startlöchern. Alles ist vorbereitet für den Start am Donnerstag. Denn eigentlich sollte es bereits am heutigen Montag losgehen, was aus Sicht der Schulleiter auch kein Problem gewesen wäre. Nun beginnt der Unterricht jedoch erst Donnerstag. Und noch etwas könnte sich kurzfristig ändern: In einer Woche werden möglicherweise alle Grundschüler wieder tageweise zur Schule gehen. Genaueres wissen die Lehrer erst am 6. Mai, wenn die Ministerpräsidenten in Absprache mit der Bundeskanzlerin zu einem Ergebnis gekommen sind.  Die Lehrer der Grundschulen müssen also auf alles vorbereitet sein. „Das ist sehr sportlich, aber machbar“, sagt Andreas Czymay, der die Bismarckschule leitet.

 Schulleiter Andreas Czymay ist optimistisch, dass auch die neuesten Vorgaben des Schulministeriums noch rechtzeitig umgesetzt werden können.
Schulleiter Andreas Czymay ist optimistisch, dass auch die neuesten Vorgaben des Schulministeriums noch rechtzeitig umgesetzt werden können. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Für die Viertklässler steht auch an der Bismarckschule alles parat. Die Räumlichkeiten sind gründlich gereinigt und an den wichtigen Stellen desinfiziert worden, Seife steht in ausreichenden Mengen zur Verfügung, es gibt einen Desinfektionsspender, die Tische in den Klassenräumen sind so aufgestellt, dass der geforderte Abstand von 1,50 Meter eingehalten wird, dafür fehlen jetzt Regale oder Schränke.

 Der Hygienespender ist in einem Vogelhäuschen versteckt.
Der Hygienespender ist in einem Vogelhäuschen versteckt. Foto: Bärbel Kleinelsen
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Mit Hochdruck haben die Lehrer an Hygienekonzepten gearbeitet, Kontakt mit den Schülern und ihren Eltern aufgenommen, den Tagesablauf penibel durchgeplant und auch für Pausen und Toilettengänge Lösungen gefunden. Maximal 15 Kinder dürfen pro Klasse unterrichtet werden, jeder Schüler sitzt an einem eigenen Tisch und hat seinen festen Platz. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt hat hervorragend funktioniert. Wir sind mit allem unterstützt worden, was wir brauchen. Auch die Reinigung der Schule lief vorbildlich“, lobt der Schulleiter.

79 Viertklässler werden am Donnerstag erwartet. Gut 300 Schüler sollen möglicherweise in der kommenden Woche ihre Schule wiedersehen. Für sie müssen die Klassenräume noch vorbereitet, Pläne erarbeitet und Sitzordnungen erstellt werden. Die Lehrer haben also alle Hände voll zu tun. Das hatten sie aber bereits die vergangenen Wochen schon. „Ich bin stolz auf mein Team, das sehr engagiert ist und viel geleistet hat“, sagt Czymay und erzählt, dass die Lehrer Arbeitsmaterial für die Schüler ausdruckten und den Kindern bis nach Hause brachten, um die Eltern zu entlasten. Vieles lief auch auf digitalem Wege über die Plattform „moodle“. „Das war so erfolgreich, dass wir es auch fortsetzen, wenn der normale Unterricht wieder läuft, als Ergänzung quasi“, sagt Czymay. Er geht davon aus, dass auch wenn der Unterricht wieder startet, er nicht in der gewohnten Form stattfinden kann. „Wir werden uns wahrscheinlich ersteinmal nur auf die Hauptfächer konzentrieren. Alles andere sehen wir dann.“

Dunja Ocenasek kann nicht verstehen, dass  die Schulen mit zum Teil gegenteiligen Aussagen vom Ministerium hingehalten werden. „Es ist für die Schulleiter wirklich schwer, unter diesen Bedingungen einen guten Start zu organisieren. Ich finde es eine Frechheit, dass die Rektoren fast täglich neue Mitteilungen aus dem Schulministerium bekommen und ihre Pläne immer wieder überarbeiten müssen“, sagt die Pflegschaftsvorsitzende einer vierten Klasse. Ähnlich sieht das auch Claudia Wichmann, Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft Krefeld. Sie sagt: „Krefelds Schulen sind soweit vorbereitet, wie es mit den schon vor Corona-Zeiten bestehenden Problemen jeder einzelnen Schule und der kurzfristigen Mails unseres Landes nur sein kann. Wir haben Rückmeldungen, stehen teilweise im engen Kontakt mit den Schulleitungen. Wir bewundern das Engagement der Lehrkräfte und in vielen Bereichen die Unterstützung der Kommune.“ Gleichwohl sei der Schulweg in vielen Fällen ein Problem, da selbst die älteren Jugendlichen sich außerhalb des Schulgeländes oft nicht an die Abstandsregeln halten würden. „Wer behauptet, dass Kinder in der Grundschule nach Hygieneplan zu beschulen seien, der hat definitiv keine Ahnung vom Schulleben und von Kindern. Selbst  wenn Eltern sagen, mein Kind kann das und wir haben es trainiert, Schulleben ist anders – Kinder in der Schule verhalten sich anders als zu Hause.“ Wichmann erwartet für eine weitere Öffnung der Schulen mehr Schwierigkeiten und findet, „die Friss- oder Stirb-Mentalität vom Land ist für Eltern, Kinder und Lehrkräfte kaum zu ertragen.“