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Krefeld: Schullandschaft im Umbruch

Krefeld : Schullandschaft im Umbruch

Die Verwaltung hat den mit Spannung erwarteten Entwurf für die Schulentwicklungsplanung vorgelegt. Das Schulamt favorisiert ein Zwei-Säulen-Modell: das Gymnasium und ein integriertes System mit Gesamt- oder Sekundarschule.

In Krefeld wird es in einem Jahrzehnt wohl nur noch Gymnasien und eine integrierte Schulform wie die Gesamtschule oder die Sekundarschule geben. Ändert man nichts und belässt es beim dreigliedrigen Schulsystem, werden in Krefeld mindestens eine Haupt- und eine Realschule schließen müssen – gefährdet sind die Gartenstadthaupt- und die Albert-Schweitzer-Realschule.

Diese Einschätzungen resultieren aus dem Entwurf für den Schulentwicklungsplan, den Schuldezernent Gregor Micus und Schulamtsleiter Rainer Henrichs am Dienstag dem Schulausschuss vorgestellt haben.

Der Schulentwicklungsplan stellt die Weichen für die Schulentwicklung der Stadt bis zum Jahr 2015; der Entwurf der Verwaltung versteht sich als Gutachten, das dem Rat Zahlenmaterial zur Verfügung stellt – denn entscheiden wird am Ende die Politik. Gleichwohl macht Amtsleiter Hendrichs keinen Hehl daraus, dass die Verwaltung aus schulorganisatorischen Gründen das Zwei-Säulen-Modell mit Gymnasium und einer integrierten Schulform favorisiert.

"Wir stehen vor grundlegenden Änderungen im Bildungsbereich", sagte Micus; die demografische Entwicklung, das Wahlverhalten der Eltern (vor allem: das Meiden der Hauptschule) und die Inklusion (also die Integration Behinderter an den Schulen) erzwingen dies.

Veränderungen schlägt die Verwaltung auch für den Grundschulbereich vor: So sollen ab 2014 "Schuleinzugsbereiche" definiert werden; damit ist die Wahlfreiheit der Eltern bei Grundschulen nicht abgeschafft, aber eingeschränkt: Mit den Einzugsbereichen soll das Kriterium der Wohnortnähe gestärkt werden. Ohne Schließungen wird es nicht gehen: Die Verwaltung sieht keine Zukunft für die Grundschule Kempener Allee und die Stahldorfschule.

Micus bezeichnete es als "Segen", dass sich SPD, CDU und Grüne im Land auf die Sekundarschule geeinigt und damit bis zum Jahr 2023 den Schulfrieden geschlossen haben. Er zeigte sich auch zufrieden damit, dass das Land die Schulentwicklung zur Sache der Kommunen erklärt habe – wie vom Städtetag schon vor Jahren gefordert.

Hendrichs betonte, man wolle eine Entwicklung im Konsens mit den Schulen; es habe keinen Zweck, eine Haupt- und eine Realschule per Ratsbeschluss zusammenzuzwingen, wenn die das nicht wollten. "Guter Unterricht wird so jedenfalls nicht entstehen", sagte er, "es kann nur gehen, wenn die Schulen inhaltlich überzeugt sind: Das ist der richtige Weg."

(RP/areh)