Schützenfest in Krefeld-Bockum Wenn Vater und Sohn um die Königswürde kämpfen

Krefeld · Das hat man selten: Vater und Sohn kämpfen um die Königswürde. Im Bockumer Schützenverein siegte am Ende der Sohn – und führt in dritter Generation die Tradition in einer besonderen Schützenfamilie fort.

Was in der Oper mit einer Tragöde enden würde, endete beim Bockumer Schützenfest in einem ausgelassenen Fest: Die Bockumer Schützen haben mit Sascha Damek einen neuen Schützenkönig, der im Kampf um die Königswürde zuletzt besser traf als sein Vater Andreas. Die Dameks sind schon in dritter Generation Mitglieder der 5. Jägerkompanie der Bockumer Schützen: Saschas Großvater Max war 1979 mit Sohn Andreas Mitgründer der Kompanie, und Max erwies sich als legendär guter Schütze. Als Max Damek starb, wurde Sohn Andreas Kompanieführer – jetzt also ist Andreas’ Sohn Sascha König – Bockums Schützenwelt im Glück.

Dabei haben sich Vater und Sohn im Schießen nichts geschenkt. Auch das: eine Familientradition. Enkel Sascha hat einmal über seinen Großvater Max gesagt (in einem RP-Bericht, als wir diese besondere Schützenfamilie porträtiert haben): „Wenn der Opa geschossen hat, konnte man nachher alle Scheiben übereinanderlegen und durch ein Loch schauen, so genau hat er getroffen.“

Vater und Sohn also: Im Mittelpunkt des Festes auf dem Bockumer Schützenplatz stand am Samstag der Wettbewerb um die Königswürde. Der Königsvogel hing, ausgestattet mit Krone, Zepter und Reichsapfel, im Kugelfang und erwartete zunächst die Ehrenschüsse der Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie der Mitglieder des Vereins – in dieser Phase ging es noch nicht darum, den Vogel von der Stange zu holen.

Das Publikum wurde musikalisch vom Blasorchester TV Jahn Bockum und von den Spielfreunden Uerdingen unterhalten. Schon weit über 300 Schüsse hatte der Vogel aushalten müssen, als schließlich 20 Bewerber zum Endkampf antraten. Als der Vogel dann zu wackeln begann, blieben zwei Königskandidaten übrig: Vater und Sohn Damek. Mit dem 562. Schuss fiel dann der Vogel. Der Sohn triumphierte über den Vater, und der 126. Bockumer Schützenkönig mit einer dreijährigen Amtszeit hieß Sascha Damek.

Schon am Freitag konnte der Dauerregen die euphorische Stimmung zum Schützen-Wochenende nicht schmälern. Bei der 11. Bockumer Oldie-Rock-Pop-Schützenparty rockten die Bands „Morgentau“ und „Booster“ das Publikum im voll besetzten Schützenzelt mit ihren fetzigen Musik-Acts und effektvollen Lichtshows.

Beim Krönungsball im Festzelt nach dem Schießen konnte der Vorsitzende der Bockumer Schützen, Herbert Müller, das neue Bockumer Königshaus vorstellen: König Sascha I. (Damek), an seiner Seite Königin Laura I. (Clever), Innenminister Andreas Damek (mit Ehefrau Sandra), Außenminister Harald Till mit Ehefrau Corinna Till, Verteidigungsminister Ralf Manthey mit Bärbel Wellens, Finanzminister Detlef Heinen mit Ehefrau Rosi Heinen.

König Sascha Damek ist 28 Jahre alt und Polizeibeamter in Krefeld. Er ist seit 14 Jahren Mitglied der 5. Jäger-Kompanie. Aus dieser Kompanie kommen viele sehr gute Sportschützen im Bockumer Schützenverein 1611. Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins im März dieses Jahres wurde Sascha Damek zum 2. Vorsitzenden des Vereins gewählt.

Der dritte Festtag begann mit einer Neuerung in Bockum. Erstmals wurde ein ökumenischer Gottesdienst von der evangelischen Pfarrerin Anke Brüggemann-Diederichs und dem katholischen Bockumer Pastor Frank Schürkens gefeiert. Ein Erfolg, für dessen Wiederholung eindeutig plädiert wurde.

Mit der Musik der Uerdinger Spielfreunde und dem stimmungsvollen Jazz der „Schmackes-Brass-Band“ klangen die Festtage bei strahlendem Sonnenschein auf dem Bockumer Schützenplatz aus.