Krefeld: Schub für die Südstadt

Krefeld : Schub für die Südstadt

Nach Jahren des Stillstands stehen jetzt gleich zwei Immobilienprojekte an: An der Kochstraße will Edeka eröffnen, und Terrana zeigt sich zuversichtlich für sein Vorhaben am Willy-Brandt-Platz. Dort zeigt Rewe Interesse.

Lange sah es mit der Nahversorgung in der Südstadt schlecht aus. Jetzt könnten sich sogar zwei Supermärkte ansiedeln und Konkurrenz machen. Einer Genehmigung für den Bau eines Edeka-Markts an der Kochstraße steht nichts mehr im Weg. Planungsdezernent Martin Linne informierte im Bauausschuss, dass sowohl von Gutachterseite als auch von Industrie- und Handelskammer sowie Bezirksregierung keine Einwände gegen den Bau mit 1450 Quadratmeter Verkaufsfläche erhoben worden seien.

Bauherr Josef Krings bestätigte gestern unserer Zeitung, dass er rund drei Millionen Euro an der Kochstraße investiere und die Immobilie langfristig an Edeka vermiete. Die Eröffnung des Markts sei für den 15. November, spätestens für den 15. Januar 2013 vorgesehen. Gleichzeitig bekommt auch das Bauvorhaben der Terrana GmbH am Willy-Brandt-Platz laut dessen Geschäftsführer Andreas Nettekoven neuen Schwung. Jahrelang habe er nach Mietern für seine Büroflächen im geplanten 15-Millionen-Euro-Projekt gesucht. Gerade jetzt sei er mit zwei ernsthaften Interessenten im Gespräch. Im Erdgeschoss will Terrana einen Super- und einen Discountmarkt unterbringen. Die Nachricht von der Eröffnung eines Edekamarkts nur 400 Meter Luftlinie entfernt störe natürlich seine Pläne, erklärte Nettekoven gestern. Der Terrana-Chef will nun das Gespräch mit der Stadtverwaltung suchen, um nach Lösungen für den beabsichtigten Rewe-Markt zu diskutieren. "Wir müssen auf die neue Konkurrenz reagieren", sagte Nettekoven. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr. Spätestens bis 30. September muss er einen kompletten Bauantrag einreichen. Dann läuft die von der Stadt gesetzte Frist ab.

Hans Butzen (SPD) beklagte in der Sitzung des Bauausschusses, dass die Stadt mit der Genehmigung des Supermarkts an der Kochstraße die "städtebaulich wichtige Entwicklung" südlich des Hauptbahnhofs gefährde. Er wundere sich, wie Josef Krings es immer wieder schaffe, "Unmögliches möglich zu machen". Was die Person Krings anbetraf, bekam Butzen Schützenhilfe von Joachim C. Heitmann (FDP). Die Vorhaben des Schwagers von CDU-Frationschef Wilfrid Fabel hätten nicht selten ein "Gschmäckle". In der Sache widersprach Heitmann. Nach seiner Meinung ist das Terrana-Projekt gescheitert, und auch städtebaulich wäre der viergeschossige Baukörper keine Bereicherung.

Den Andeutungen im Hinblick auf die Person Josef Krings widersprach Linne und erklärte, dass die Rechtslage eindeutig sei. Der Investor habe einen Anspruch darauf, eine Baugenehmigung zu bekommen, sagte er. Andere Hintergründe zu vermuten, seien absolut abwegig.

(RP)
Mehr von RP ONLINE