Krefeld: Schöner Wohnen - beim Tag der Architektur

Krefeld : Schöner Wohnen - beim Tag der Architektur

Zum Tag der Architektur sind am Samstag und Sonntag in NRW 437 Bauten für Besucher geöffnet. Das Thema heißt diesmal "Architektur leben" – deshalb gibt es viele Einblicke auch in private Wohnhäuser. In Krefeld gibt es sieben Adressen.

Zum Tag der Architektur sind am Samstag und Sonntag in NRW 437 Bauten für Besucher geöffnet. Das Thema heißt diesmal "Architektur leben" — deshalb gibt es viele Einblicke auch in private Wohnhäuser. In Krefeld gibt es sieben Adressen.

Foto: U.Schulz-Christofzik

Wohnen wird immer stärker zum Ausdruck eines Lebensgefühls. Das Fernsehen und die Hochglanzmagazine zeigen, wie stylish das private Umfeld in Szene gesetzt werden kann. Designerküche, Wellness-Badeoase im Schlafbereich und Fensterfluchten sind die Anforderungen der Neuzeit. Wie es sich in solchen Träumen lebt, können die Besucher am Wochenende erahnen. Beim Tag der Architektur öffnen diesmal auch Privathäuser ihre Türen.

Engerstraße 82: Das Hofhaus von 1890 wurde umfangreich saniert. Die Wände wurden entfernt, das Tageslicht neu geführt. So entstanden helle, großzügige Räume. Dieses Foto zeigt den Badbereich, der offen zum Schlafbereich ist. Das nebenstehende Foto bildet die Küche ab. Foto: A. Kaluza

Auch energetisches Bauen, Renovierung und Modernisierung sind Themen — nicht zuletzt, weil viele Menschen derzeit ins eigene Heim investieren. Für die Baubranche spielt auch der demografische Wandel eine Rolle. Kindertagesstätten und seniorengerechte Wohnungen sind ihre Herausforderungen. Deshalb steht der alljährliche "Tag der Architektur" an diesem Wochenende unter dem Motto "Architektur leben" — und da geht es ums Wohnen.

Jakob-Lintzen-Straße 8: Auf 1700 Quadratmetern ist hier das stups-Kinderzentrum entstanden: integrative Kita, Spielhaus und Kinderpflegedienst. Besichtigung: Sonntag, 16 bis 18 Uhr. Foto: Pastor

In den neuen und erneuerten Häusern, die sich an diesem Samstag, 29. Juni, und Sonntag, 30. Juni, für Besucher öffnen, können die Schaulustigen nicht nur einen Einblick bekommen, wie Wohnstile wirken, sondern auch, was das Baugewerbe auch aus alter, renovierungsbedürftiger Substanz herausholen kann. Da gibt es sicher auch manche Idee fürs eigene Heim, wenn dort eine Verschönerung ansteht. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen organisiert den landesweiten Tag zum 18. Mal. 437 Beispiele für Neubauten und neu in Wert gesetzte Altbauten können in 153 Städten und Gemeinden besichtigt werden. Die Veranstaltung hat sich im Sommer etabliert. 40 000 Besucher habe man im vergangenen Jahr gezählt. Das wundert Helmut Miksch, Präsident der Architektenkammer NRW, nicht: "Wir alle leben in Architektur — Tag für Tag."

Egelsberg: Das Mies-1:1-Golfclub-Modell zeigt auf faszinierende Weise, wie die Bauhaus-Idee von Innen- und Außenwirkung funktionierte. Die Landschaft wird in Szene gesetzt, das ist hier erlebbar. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Am Holderspfad 145: Im Oppumer Neubaugebiet ist eine Reihe von Doppelhäusern entstanden. Bei den Energieeffizienzhäusern sind die Seiten der Traufdächer verschoben, um mehr Fläche zur Nutzung von Sonnenenergie und innen hohe Räume mit Galerie zu bekommen. So kann der Haustyp individuell gestaltet sein. Foto: Kalender Tasdemir
Neue Linner Straße 81: Das Atriumgebäude beherbergt die Hauptverwaltung der Sparkasse. Funktion, Technik und Gestaltung folgen hier einem klaren Raster. Die Raumteiler, die die Ordnung der inneren Räume bestimmen, sind von außen sichtbar – und werden als Gestaltungselement eingesetzt. Foto: Tomas Rehle
Ostwall 217: In der ehemaligen Hauptpost (gebaut 1890) treffen sich historische Gemäuer und moderne Medizintechnik. Freie Schwünge und warme Farbtöne sollen im Wartebereich und in den Behandlungsräumen für eine entspannte Atmosphäre sorgen – das Konzept zieht sich durch von den Wänden bis zum Mobiliar. Besichtigung: Sa. 11 bis 16 Uhr. Foto: Kurt Paulus

In Krefeld gehören sechs Häuser zur Veranstaltung, das Mies-Modell auf dem Egelsberg schließt sich an. Das Modell, das nach Plänen des Bauhaus-Architekten Mies van der Rohe für einen Golfclub entstanden ist, ist zwar eher eine Architekturausstellung als ein klassisches Gebäude. Doch als lebensgroßes, begehbares Modell ist es dafür geschaffen, Architektur von ihrer besten Seite kennenzulernen und über Grundprinzipien der Architektur nachzudenken. Zusätzlich zu den planmäßigen Wochenendführungen durch das Golfclub-Modell um 15 Uhr finden am 29. und 30. Juni jeweils um 17 Uhr Sonderführungen durch die betreuenden und ausführenden Architekten statt (im Eintrittspreis eingeschlossen). Sie wollen vor allem die technischen Aspekte bei der Umsetzung der über 80 Jahre alten Pläne hervorheben.

(RP)
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