Krefeld: Schneekoppe droht Pleite - Wagener engagiert sich wieder

Krefeld: Schneekoppe droht Pleite - Wagener engagiert sich wieder

Erst 2011 hat der Krefelder Unternehmer Gerald Wagener seine Mehrheit an der deutschen Traditionsmarke "Schneekoppe" verkauft - nun ist er wieder stärker engagiert: Er hat über seine Gesellschaft Selva Aurea GmbH Schneekoppe-Anteile erneut gekauft und besitzt jetzt wieder 83 Prozent an der Schneekoppe Verwaltungs GmbH.

Den Rest halten die Peter Kölln AG und Firmenchef Markus Klein. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Schneekoppe kämpft um seine Existenz. Hintergrund: Die Schneekoppe Lifestyle GmbH hat vor einigen Tagen eine sogenannte "Insolvenz in Eigenregie" beantragt. Demnach hat das Unternehmen hat nun drei Monate Zeit, einen Insolvenzplan auszuarbeiten.

Wagener will laut "Süddeutscher Zeitung" alles daransetzen, die Firma zu sanieren. Als Manager wolle er aber nicht mehr dienen, es bleibe bei einer Finanzbeteiligung. Er sei bereit, mit einem Kredit auszuhelfen, damit die Firma zahlungsfähig bleibe.

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Ganz hat Wagener, der in der "Süddeutschen" als "bunter Vogel und Multi-Unternehmer" bezeichnet wird, die Verbindung zu Schneekoppe nie abreißen lassen. 2007 übernahm seine Auric Gruppe die Mehrheit an Schneekoppe. 2011 verkaufte er seine Anteile mehrheitlich wieder, blieb aber Geschäftsführer der Schneekoppe Holding und hielt weiterhin 25 Prozent. 75 Prozent gingen an den britischen Finanzinvestor Change Capital Partners (CCP).

In Schieflage ist Schneekoppe spätestens seit dem Jahr 2009. Laut "Süddeutscher Zeitung" machte Schneekoppe damals ein Minus von 111 000 Euro; der Umsatz ging von knapp 28 Millionen Euro auf heute rund 15 Millionen Euro zurück, der Verlust stieg auf zuletzt 1,6 Millionen Euro an. Marketingexperten schwärmen vom Bekanntheitsgrad der Firma, Kultstatus hat bis heute der "Schneeeeeekoppe"-Ruf. Doch zugleich wird bemängel, dass hinter dem Namen keine eigene Produktion und ein schwacher Vertrieb stehen. Die Firma will mit Kostensenkungen und der Konzentration auf 120 hochwertige Produkte - vor allem Müsli, Öle, Essig, Säfte und Saaten - aus dem Tief herauskommen.

(RP)
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