Krefeld: Schatz des späten Mittelalters: Anna Selbdritt

Krefeld: Schatz des späten Mittelalters: Anna Selbdritt

Um 1500, als auch Leonardo da Vinci sein berühmtes Gemälde "Anna Selbdritt" schuf, entstand auch die farbig gefasste Holzskulptur, die zur Sammlung der Kunstmuseen gehört. Sie wird der Werkstatt des Maastrichter Meisters Jan van Steffeswert zugeschrieben.

"Anna Selbdritt" bezeichnet in der christlichen Ikonografie die Dreiheit von Maria, ihrer Mutter Anna und dem Jesuskind. Neben der Gottesmutter gehört Anna als Mutter Marias zu den wichtigsten Heiligen des Mittelalters. Aus der Lehre, dass Maria unbefleckt und ohne Erbsünde geboren sei, wuchs die Verehrung für deren Mutter Anna, der Großmutter Jesu.

Die 81 Zentimeter hohe Skulptur zeigt, wie sich die Blicke von Anna und Maria auf das Kind richten. Maria wirkt mit dem offenen Haar und dem in Mariendarstellungen unverzichtbaren blauen Mantel mädchenhaft. Die Mutter ist mit der großen Haube deutlich als verheiratete Frau dargestellt. Sie hält ein geöffnetes Buch in den Händen, das als Symbol für den Beginn der Heilszeit gängig war. Maria präsentiert das nackte Kind: Diese Darstellung war vor allem im deutsch-niederländischen Raum weit verbreitet.

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Bis zur Eröffnung des KWM am Samstag stellen wir täglich ein Werk aus der Sammlung vor.

(RP)
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