Krefeld: Schadet Dixi-Klo Theaterplatz-Image?

Krefeld: Schadet Dixi-Klo Theaterplatz-Image?

Der Theaterplatz gilt als Treffpunkt für Junkies. Um die Situation zu entschärfen, will die Politik ein Toilettenhäuschen auf dem Platz installieren. Nur welches? Eine engagierte Bürgerin warnt: "Ein Dixi-Klo hätte fatale Folgen".

Der Beton hat stark gelitten. Deutlich waren vor dem Umbau des Theaters die Urinspuren an den Außenwänden sichtbar. Seit Jahren gilt der Theaterplatz als geduldeter Treffpunkt für Drogenabhängige — und manch einer scheut die Mühe des Abstiegs zu den öffentlichen Toiletten in der Unterführung. Jetzt soll ein oberirdisches Toilettenhäuschen auf dem Platz die Situation entschärfen. Ein Beschluss der Bezirksvertretung will es so. Doch was für eines?

Nach Ansicht der Politiker könnte der Prüf-Auftrag an die Verwaltung auch ein Dixi-Klo zum Ergebnis haben. "Das wäre nicht ideal, aber angesichts der klammen Haushaltslage eine Notlösung", sagt CDU-Sprecher Werner Gottschalk. Wichtig sei vor allem eine kurzfristig umsetzbare Lösung. Schließlich hatte erst kürzlich Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU) erklärt, sich des Dauerproblems Theaterplatz annehmen zu wollen.

Doch diese Variante stößt auf Kritik. "Ein Dixi-Klo wäre die schlimmste aller Lösungen", sagt Brigitte Theveßen. Die engagierte Bürgerin beschäftigt sich seit mehr als vier Jahren mit dem Thema — und hatte den Vorschlag, eine Toilette auf dem Platz zu installieren, an die Politiker herangetragen. Doch sollte das Ergebnis ein Dixi-Klo sein, will sie weiterkämpfen. "Die Stadt ist in der Verantwortung, endlich eine Lösung für den Platz zu bieten", sagt Theveßen.

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Ihr Vorschlag: Ein fest installierter Pavillon, der am Boden einsichtig ist — damit von außen erkennbar ist, wenn jemand im Innern das Bewusstsein verlieren sollte. Schließlich fürchten Verwaltung und Politiker, dass das Toilettenhäuschen auch von Heroinsüchtigen genutzt werden könnte. Dass ein solcher Pavillon teurer werden würde als die Aufstellung eines Dixi-Klos, nimmt Theveßen in Kauf. "Aber wir geben mit der Aktion ,Krefeld — schöner hier' auch 60 000 Euro dafür aus, eine Straße einen Tag lang für den Verkehr zu sperren. Dann sollte eine solche Investition auch möglich sein", sagt Theveßen.

Die Verwaltung will den Antrag "ergebnisoffen" prüfen. Dabei könnten die Beamten allerdings auch zu dem Schluss kommen, dass von der Installation eines Toilettenhäuschens abzuraten sei, sagt ein Stadtsprecher. Schließlich müsse in die Überlegungen auch die eventuelle Bebauung des Platzes durch ein Einkaufszentrum berücksichtigt werden.

Ob das Ergebnis der Prüfung bereits zur nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses zu erwarten ist, steht noch nicht fest. Dieser tagt am 23. März. Um eine langfristige Lösung für die Situation auf dem Platz zu finden, soll künftig ein Runder Tisch aus Politik, Verwaltung und Polizei zusammenkommen. Den ersten Termin dafür will die Verwaltung in den kommenden Wochen bekannt geben.

(RP)