Krefeld: Sandra Franz leitet Krefelds NS-Dokumentationsstelle

Krefeld: Sandra Franz leitet Krefelds NS-Dokumentationsstelle

Mit Energie, Tatendrang und vielen neuen Ideen hat Sandra Franz ihre Arbeit aufgenommen. Seit zwei Wochen leitet die 36-Jährige die NS-Dokumentationsstelle in der Villa Merländer. Nun bekam sie Besuch von Oberbürgermeister Frank Meyer, der sie mit einem Blumenstrauß im Team der Stadtverwaltung begrüßte.

"Ich kenne diese Einrichtung seit ihrer Gründung vor mehr als 25 Jahren", erklärte Frank Meyer. "Die NS-Dokumentationsstelle ist sowohl in der Qualität der Forschung als auch in der Art der Präsentation ein bemerkenswerter Ort des Gedenkens und der Erinnerungskultur." Dennoch sei der Wechsel an der Spitze auch eine Chance zur Veränderung. Die Vorgängerin von Sandra Franz, Ingrid Schupetta, hatte die Einrichtung seit ihrer Gründung im Jahr 1991 geleitet und war zum Jahresende 2017 in den Ruhestand gewechselt.

Mit der Historikerin Sandra Franz beginnt nun ein neues Kapitel in der alten Villa an der Friedrich-Ebert-Straße. Im Gespräch lobte die Düsseldorferin die "hervorragende Ausstellung", die sie gleichwohl ausbauen und weiter modernisieren möchte. "Die neue Schülergeneration lernt anders - und darauf müssen wir uns einstellen", erklärte Sandra Franz. Sie sei in Krefeld "mit offenen Armen" aufgenommen worden.

Mit der Jüdischen Gemeinde in Krefeld steht die Historikerin bereits in Kontakt und wird auch die Jüdischen Kulturtage im Jahr 2019 federführend organisieren. Sandra Franz wurde am 3. Oktober 1981 in Ratingen geboren. Nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin studierte sie Geschichte und Jiddistik an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Nach ihrem Abschluss als Master of Arts wechselte Sandra Franz an die University of Oxford und belegte dort Studiengänge in "Historical Studies" sowie in "Literature and Arts". Seit August 2009 war sie zudem freie Mitarbeiterin in der Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf mit dem Schwerpunkt Führungen und pädagogische Angebote.

Sie war dort hauptverantwortlich für die Konzeption und Entwicklung eines umfassenden Projekts zur Antisemitismusprävention. Zudem war sie als freie Mitarbeiterin im LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen tätig. Aktuell arbeitet Sandra Franz an ihrer Promotion mit dem Arbeitstitel "Zwischen Annäherungen und Vorurteilen: Das britische Deutschlandbild 1945-1953".

(RP)