Krefeld: Säuglingssterblichkeit steigt in Krefeld über den Landesdurchschnitt

Krefeld: Säuglingssterblichkeit steigt in Krefeld über den Landesdurchschnitt

Die Langzeitbetrachtung über 40 Jahre macht die Erfolge der Anstrengungen zur Aufklärung und besseren medizinischen Versorgung in der Stadt sichtbar.

Es gab Zeiten, die noch gar nicht so lange her sind, da war die Säuglingssterblichkeit in Krefeld insbesondere bei den Jungen extrem hoch. 1976 überlebte fast jeder 30. Neugeborene in der Seidenstadt das erste Jahr nicht. Mit 31,9 Sterbefällen auf 1000 Lebendgeburten sprengte Krefeld in Nordrhein-Westfalen das Raster. Auch bei den Mädchen lag die Quote über dem Landesdurchschnitt.

Das ist zum Glück Vergangenheit. Die gestern präsentierten Zahlen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik belegen, dass die medizinischen und sozialpädagogischen Anstrengungen in Krefeld offenbar gefruchtet haben. Mit den Niedrigstwerten bei Jungen und Mädchen in den 2000-er Jahren liegt Krefeld in der Statistik für Säuglingssterblichkeit unter dem nordrhein-westfälischen Mittel. 2016 stieg die Quote jedoch wieder an - das liegt im Trend.

Risikofaktoren gibt's viele. Das Alter der Mütter gehört dazu. Viele Frauen bekommen ihre Kinder heute in höherem Alter als früher. Damit steigen auch die Risiken für Frühgeburten. Soziale Lage: Die Säuglingssterblichkeit ist in benachteiligten sozialen Gruppen am höchsten. Als Gründe kommen etwa Rauchen und geringere Wahrnehmung der Vorsorge infrage. Die höchsten Raten für Säuglingssterblichkeit werden in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und hohem Anteil an Sozialhilfeempfängern registriert. Die sozial benachteiligte Lebenssituation scheint eine Stressbelastung für die Mütter zu sein.

Rauchen in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für vorzeitige Blutungen, Vorfall der Plazenta, vorzeitigen Blasensprung und Frühgeburten. Das Risiko für Plötzlichen Säuglingstod steigt bei mehr als zehn Zigaretten täglich auf das Siebenfache. Auch Übergewicht der Mütter ist gefährlich für den Säugling. Stillen senkt die Säuglingssterblichkeit. Aber nur noch rund ein Viertel der Kinder in Deutschland werden wie empfohlen sechs Monate lang überwiegend gestillt.

Berufstätigkeit: Die Rate der Frühgeburten bei Frauen, die bei der Arbeit länger als drei Stunden am Tage stehen müssen, ist deutlich höher als ohne die Belastung. Vorsorge: Werden die Vorsorgeuntersuchungen seltener als empfohlen wahrgenommen, wächst die Rate auf 14,9 Prozent.

(sti)