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Krefeld: Sabotage an der Galopp-Rennbahn

Krefeld : Sabotage an der Galopp-Rennbahn

Kurz vor dem Renntag auf der Galopprennbahn im Krefelder Stadtwald waren etliche Wettschalter ausgefallen. Unbekannte haben die Hauptleitungen von 21 Totokassen gekappt und brachen ins Sekretariat des Rennclubs ein.

Kurz vor dem Renntag auf der Galopprennbahn im Krefelder Stadtwald waren etliche Wettschalter ausgefallen. Wie sich jetzt herausstellte, war es eine gezielte Sabotage — unterirdische Hauptleitungen wurden gekappt, so dass lediglich 14 der ursprünglich 35 Totokassen zum Einsatz kommen konnten. Darüber hinaus brachen Unbekannte in der folgenden Nacht ins Sekretariat des Krefelder Rennclubs ein. Die Polizei ist eingeschaltet und ermittelt in alle Richtungen.

Vermutungen, dass die Täter womöglich selbst ernannte Tierschützer waren, die mit dieser Aktion speziell gegen Jagdrennen protestieren wollten, wird die Polizei nun nachgehen. Bei Jagdrennen stürmen die hochgezüchteten Vierbeiner im vollen Tempo über mehrere Hindernisse, wobei es zu heftigen Stürzen kommen kann. "Es gibt im Moment keine Hinweise, wir schließen es aber auch nicht völlig aus", sagte Polizeisprecher Arcor Kniely auf Anfrage unserer Zeitung. Die Ermittler gingen zunächst von einer Sachbeschädigung aus. Zumal durch die Aktion das besagte Rennen nicht ausgefallen sei.

Allerdings geht der Rennclub Krefeld von einem finanziellen Schaden in beträchtlicher Höhe aus. Die Wetteinsätze blieben wegen der eingeschränkten Rahmenbedingungen hinter den Erwartungen zurück. Die Ausgaben für die Reparaturarbeiten an der Hauptleitung kämen noch hinzu. Kenner der Rennszene gehen davon aus, dass sich der Täter mit den Gegebenheiten auf dem Rennbahngelände gut auskennt. Die Täter haben offenbar einen schweren Betondeckel mit Spezialwerkzeug angehoben und die im Schacht liegenden Leitungen durchgetrennt. "Das Wissen, dass dort die zentrale Verkabelung der Totokassen zu finden ist, hat nicht jeder", heißt es. Der Schaden habe zu einem "dramatischen Engpass geführt, natürlich zu größten Improvisationen, extrem lange Warteschlangen an den wenigen Kassen und folgerichtig auch zu einem nicht unwesentlichen Einbruch des Wettumsatzes", erklärte der Rennclub Krefeld.

Unter der Aufsicht von zwei Mitarbeitern der Firma Sportech sowie des Rennbahn-Elektrikers Heinz Ilbertz seien die Totoleitungen freigelegt worden. Dabei stellte sich heraus, dass nicht Nagetiere — wie zuerst vermutet — am Werke gewesen seien, sondern die präzise durchtrennten Leitungen vielmehr eindeutig auf Vorsatz hinwiesen. Aufgrund dieser Vorkommnisse wird das Rennbahngelände in Zukunft polizeilich häufiger — vor allem in der Nacht — kontrolliert, kündigten die Verantwortlichen an.

Der Krefelder Rennclub bedankte sich gestern durch die Vorstandsmitglieder Jan A. J. Schreurs und Denis Hertenstein "für die Geduld des wettenden Publikums und bei allen Mitarbeitern — explizit dem Totopersonal. "Unter nahezu schon chaotisch zu bezeichnenden Verhältnissen zeigten sie am Wochenende ein großes Engagement."

(RP/anch)