Roze Zatderdag: Meyer kritisiert Verfassung

Krefeld : Roze Zaterdag: Meyer kritisiert Verfassung

Am kommenden Wochenende startet das Programm zum sogenannten Roze Zaterdag. Die niederländische Tradition, bei der eine Stadt ein Jahr lang Veranstaltungen für Toleranz gegenüber Homosexualität ausrichtet, wird erstmals grenzüberschreitend durchgeführt - von Venlo und Krefeld

Zum Auftakt des gemeinsamen Roze-Zaterdag-Jahres von Venlo und Krefeld hat Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer eine Änderung von Paragraph 3 des Grundgesetzes gefordert. „Persönlich erachte ich es als einen zu korrigierenden Fehler, dass die Freiheit der sexuellen Identität in Artikel 3 der deutschen Verfassung nicht explizit genannt wird“, sagte er bei der Eröffnungsveranstaltung in Krefelds Partnerstadt Venlo. „Wer homosexuell, lesbisch, trans- oder bisexuell ist, der darf in unserer Gesellschaft offen dazu stehen und angstfrei leben. Wenn ich mir die allgemeine Situation in Europa anschaue, ist es noch ein weiter Weg, bis dies selbstverständlich ist.“

Der Roze Zaterdag (Rosa Samstag) ist ein jährliches niederländisches Fest, bei dem Toleranz und Akzeptanz vor allem gegenüber Homosexuellen im Zentrum stehen. Die Veranstaltung hat eine aufklärende-pädagogische Note und festlichen Charakter. Venlo richtet im kommenden Jahr mit Krefeld zusammen den Roze Zaterdag unter dem Motto „Grenzenlos“ aus. In beiden Städten finden zusammen mehr als 50 Veranstaltungen zum Thema statt, 20 davon in Krefeld.

Die Eröffnungsfeier in Venlo begann mit einer langen Frühstückstafel mit 650 Gästen, darunter Krefelds Oberbürgermeister Meyer. „Mit dem Frühstück wollen wir zeigen, dass der Roze Zaterdag kein exklusives Fest ist. Akzeptanz und Toleranz sind für jeden wichtig, der zu einer Minderheit gehört. Wir sollten Respekt für einander haben, unabhängig davon, zu welcher Gruppe jemand gehört“, erklärte Dennis Heijnen, der Vorsitzende des Roze Zaterdag Venlo-Krefeld 2019. Parallel zu der Veranstaltung in Venlo wurde in Krefeld ein „Diner en blanc“ mit einem Hauch Rosa begangen. Auf Einladung von SPD-Ratsherr Oliver Leist picknickten rund 100 weiß gekleidete Gäste am Ostwall an mitgebrachten Tischen und Stühlen.

Der Reigen der Veranstaltungen beginnt in Krefeld am Sonntag, ­­2. September, im „Together“, einem Café für homo- und bisexuelle Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre (Adresse: Neue Linner Str. 61).

Am Sonntag findet dort auf der Lesebühne eine offene Lesung statt, bei der jedermann Texte, Musik, Tanz oder Performances aufführen kann. Man kann auch Texte einreichen, die dann anonym vorgetragen werden. Das Café öffnet um 18 Uhr, die Bühne um 20 Uhr.