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Riesige Oscar-Statuen und viel Filmfest-Flair beim Konzert „Helden der Leinwand“ mit den Niederheinischen Sinfonikern in Krefeld

Musik in Krefeld : Ein Theaterabend im Glanz von Hollywood

Riesige Oscar-Statuen und viel Filmfest-Flair beim Konzert „Helden der Leinwand“ mit den Niederheinischen Sinfonikern.

Eine klasse Idee, ein erfolgreicher Abend: Unter dem Titel „Helden der Leinwand“ präsentierten die Niederrheinischen Sinfoniker erstmals einen Abend lang hinreißende Filmmusik. Kapellmeister Diego Martin-Etxebarria dirigierte das Orchester flott und überzeugend, und das Publikum war begeistert. Applaus im Stehen gab es nach dem ersten Teil und am Ende erst recht.

Die Deko im Stadttheater machte ordentlich was her: Über einen roten Teppich schritten die Gäste ins Foyer. An den Treppenaufgängen wachten zwei übermannsgroße goldglänzende Oscars, Kinoplakate schmückten die Wände; stilecht konnte man sich ein Glas Sekt oder Popcorn kaufen. Im fast ausverkauften Haus waren von Jugendlichen bis zu den Sinfoniekonzert-Abonnenten alle Altersgruppen vertreten – generationenübergreifendes Vergnügen. Und so mancher Besucher hatte sich auch in Schale geschmissen.

Den Einstieg machte das Orchester im 5/4 Takt: Das war die Melodie aus der Serie „Cobra, übernehmen Sie“, die in den 70er Jahren im deutschen Fernsehen lief. Der bestens aufgelegte Moderator Juri Tetzlaff brachte zu jedem Stück amüsante und interessante Details. Hier wusste er, dass bei der Synchronisation einfach was dazu erfunden wurde. Die moderne Fassung des Stoffs ist „Mission impossible“, wobei die Musik auf 4/4-Takt umgeschrieben wurde. Die Sinfoniker spielten das anspruchsvollere Orginal. Das zweite Stück stammt aus dem mit fünf Oscars ausgezeichneten Film „Hugo Cabret“ von 2011, eine in gedeckten Farben gedrehte Liebeserklärung ans Kino. Hierzu wurden Filmszenen auf der Leinwand hinter den Musikern gezeigt – Musik und Bilder erzählen eine Geschichte.

Mit Ice Age stand ein Animationsfilm auf dem Programm: Im Film über das lustige Urzeithörnchen auf der Jagd nach einer Eichel geht es auch um den Klimawandel. Es folgte ein Klassiker: Alan Silvestri hat die Musik zu „Forrest Gump“ geschrieben, und Tom Hanks sitzt auf seiner Bank, während eine Feder leise und langsam vom Himmel hinabtrudelt. Mit „Herr der Ringe“ blätterten die Sinfoniker ein Schlachtengemälde auf, aus dem die Zuschauer Ausschnitte sahen. Desgleichen bei einem Ausschnitt aus „Gladiator.“ Fotos illustrierten die Musik aus „Die glorreichen Sieben“, worauf nicht nur Yul Brunner und Steve McQueen zu sehen waren, sondern auch Horst Buchholtz. Ein Gegensolo spielte die Konzertmeisterin Chisato Yamamoto aus dem bewegenden Film „Schindlers Liste“ und bekam viel Applaus. Der einzige deutsche Film an diesem Abend war „Das Leben der Anderen“, wovon beklemmende Ausschnitte gezeigt wurden. Am Schluss stand „Fluch der Karibik“.

Zwei Zugaben erklatschte sich das Publikum – „Gonna fly now“ aus „Rocky“ und das Lied des Sandmanns. „Ein Lied, das den Abend zuhäkelt“, sagte Tetzlaff. Es steht auch immer am Ende seiner Moderation im Kinderkanal. Es war ein äußerst gelungener Abend, auf dessen Neuauflage man sich jetzt schon freuen kann.