Krefeld: Riesen-Invest von Cargill in Standort Linn

Krefeld : Riesen-Invest von Cargill in Standort Linn

Die Cargill Deutschland GmbH im Krefelder Rheinhafen steht vor massiven Neuerungen. Der US-Konzern kündigt die Umstellung seines Stärke- und Süßmittelwerks von Mais- auf Weizenverarbeitung an. Damit gehen Neubauten, Umbauten und Abrisse der zum Teil 60 Jahre alten Betriebsinfrastruktur einher - alles in allem eine "sehr große Investition in den Standort".

Die Ära der Maisverarbeitung bei Cargill (früher Cerestar und Maizena) für eine Reihe von Nahrungsmitteln, Futtermitteln und industriellen Anwendungen steht vor dem Ende. Als Teil der langfristigen Strategie von Cargill werde die Umstellung auf Weizen das Produktportfolio erweitern, um den sich verändernden Bedürfnissen der Verbraucher anzupassen - wie einer steigenden Nachfrage nach proteinreichen Nahrungsmitteln, einem steigenden Bedarf für Papier- und Verpackungslösungen und Quellen für erneuerbare Energien, teilte der Konzern jetzt mit. Die Verantwortlichen erwarten, dass die Umstellung im Jahr 2020 erfolgt sein wird.

Mit der Umstellungen gehen große Veränderungen auf dem Firmengelände einher. Um zukunftsgerecht auf die Verarbeitung von Weißen setzen zu können, muss der US-Konzern kräftig in den Standort Krefeld investieren. Es würden neue Gebäude und Hallen nötig, andere würden umgebaut und modernisiert und wieder andere komplett abgerissen, informierte gestern Unternehmenssprecherin Beate Schierwagen auf Anfrage unserer Redaktion. Über die Höhe der vermutlich mehrstelligen Millionen-Investition machte sie keine konkreten Angaben. Nur so viel: "Es ist eine sehr große Investition in den Standort Rheinhafen." Cargill hat die Absicht bekannt gegeben, das Produktportfolio seines Stärke- und Süßungsmittelwerks in Krefeld zu erweitern und für die Kunden größere Wahlmöglichkeiten bei Produkten wie pflanzlichen Weizenproteinen, spezialisierten industriellen Weizenstärken und hochwertigem Biokraftstoff zu schaffen. Nach der Umstellung kann Cargill ihre Kunden in die Lage versetzen, sich den ändernden Verbraucherbedürfnissen hinsichtlich Ernährung, Verpackung und nachhaltigem Kraftstoff anzupassen. "Cargill möchte sowohl in Deutschland als auch in Europa dem steigenden Bedarf seiner Kunden und des Marktes sowie einer steigenden Nachfrage nach pflanzlichen Proteinen - aufgrund einer wachsenden Weltbevölkerung - und einem steigenden Bedarf industrieller Stärken in Verpackungen entsprechen, und zusätzlich untersuchen wir die Möglichkeit, hochwertigen Biokraftstoff aus einem geringer wertigen Prozessprodukt herzustellen und unseren Kunden anzubieten", erklärte Alain Dufait (Cargill Starches & Sweeteners Europe Managing Director). Die neue Anlage werde "aktuellste Produktionstechnologien" einsetzen und damit die Zuverlässigkeit des Werkes sowie den Service für die Kunden weiter verbessern. "Dies ist eine aufregende Zeit für uns, da die Anlage ihr Produktangebot erweitern wird und wir damit unsere Kunden mit der richtigen Auswahl an weizenbasierenden Produkten für Nahrungsmittel-, Tierfutter und industrielle Anwendungen versorgen können. So begegnen wir dem Bedarf einer wachsenden Weltbevölkerung an proteinreichen Nahrungsmitteln, einer boomenden Verpackungsindustrie aufgrund des Wachstums im e-commerce und einer wachsenden Verbrauchersensibilität gegenüber nachhaltigen Biokraftstoffalternativen", kommentierte Menno Timmermans (Standortleiter Cargill Starches & Sweeteners Europe in Krefeld" die großen Neuerungen. Die Absicht, in das Krefelder Werk zu investieren, verdeutliche Cargills Unterstützung für die deutsche Wirtschaft, sowie für die deutsche und europäische Landwirtschaft.

Cargill ist seit mehr als 60 Jahren mit ihrem Werk in Linn vertreten. Am Standort sind mehr als 550 Fachkräfte in unterschiedlichen Aufgabenbereichen der Produktion und der Verwaltung angestellt. Weltweit beschäftigt Cargill rund 155.000 Mitarbeiter in 70 Ländern.

(sti)
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