Kommentar: Richtige Reaktion

Kommentar : Richtige Reaktion

Der neue Krefelder CDU-Vorstand hat das einzig Richtige getan: Marc Blondin und Anja Peters haben nach Bekanntwerden der Parteigeldaffäre eine lückenlose Aufklärung in Gang gesetzt. Ihr offener Auftritt in der Pressekonferenz gestern wirkte glaubhaft. Blondin, bisher oft als braver Bube wahrgenommen, hat die schon jetzt wahrscheinlich größte Bewährungsprobe im Amt mit Bravour bestanden.

Die CDU, dieser Eindruck bleibt, ist für den Geschäftsführer der Partei zu einem Selbstbedienungsladen geworden. Wohlgemerkt: Es handelt sich hierbei offenbar um das kriminelle Wirken eines Einzelnen, gegen das letztlich niemand gefeit ist. Jürgen Schick hat offenbar seine Buchungen so gut versteckt, dass selbst der durch den Vorstand eingesetzte externe Steuerberater –nicht CDU-Mitglied! – die augenscheinlichen Tricksereien nicht sofort erkannte.

Was bleibt also nach diesem Skandal hängen, dessen Ausmaß noch nicht in Gänze erfasst ist?

Es gibt neben Schick einen großen Verlierer: den alten Parteivorsitzenden Winfried Schittges. Politisch predigte er das Sparen, hat aber selbst die Parteifinanzen der Krefelder CDU nicht überblicken können. Sichtbar mitgenommen saß er gestern am Tisch, wich bei Fragen aus, wies mangelhafte Kontrolle seinen Schatzmeistern zu, von denen einer wiederum ein Versäumnis bei den Kassenprüfern sieht. Die Tatsache, dass erst Marc Blondin auf die Idee kam, nach verschwundenen Computern und Beamern zu suchen, wirft die Frage auf, ob der Parteichef Schittges in seinem Amt überfordert war.

Es wird eng für den Landtagsabgeordneten. Es wird eng für die Krefelder CDU.

SEBASTIAN PETERS

(RP)
Mehr von RP ONLINE