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Krefeld: Richters Frühwerk geht auf Reisen

Krefeld : Richters Frühwerk geht auf Reisen

Zwei Bilder von Gerhard Richter haben die Kunstmuseen für Ausstellungen nach Wiesbaden und Potsdam ausgeliehen. Zur Krefelder Sammlung gehören wichtige Arbeiten aus den frühen Werkjahren des berühmtesten deutschen Malers.

Als Gerhard Richter das Grau leid war, griff er kräftig in die Farbe. "1024 Farben" heißt sein knapp drei mal drei Meter großes Lackbild, das die Krefelder Kunstmuseen 1977 mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen erworben haben. Heute wäre das Gemälde nicht mehr zu bezahlen. Es hat einen hohen Stellenwert in Richters Oeuvre. Deshalb hat das Potsdamer Museum Barberini in Krefeld angefragt und es für die Ausstellung "Gerhard Richter. Abstraktion" ausgeliehen. Vom 30. Juni bis 21. Oktober wird es dort zu sehen sein.

 Gerhard Richter ist der international bekannteste zeitgenössische deutsche Maler.
Gerhard Richter ist der international bekannteste zeitgenössische deutsche Maler. Foto: R. Michael

Ein weiterer früher Richter aus der Krefelder Sammlung hängt zurzeit in Wiesbaden: Das Bild "Krankenschwestern", 1965 gemalt und 1966 durch die Kunstmuseen angekauft, ist im Museum Wiesbaden in der Ausstellung "Gerhard Richter — Frühe Bilder" zu sehen. "In Erinnerung an eine der ersten großen Ausstellungen Gerhard Richters, die vom 25. Juni bis zum 21. August 1966 im Museum Wiesbaden stattfand, kehrte eine Auswahl seiner frühen Bilder in die hessische Landeshauptstadt zurück", teilt ein Sprecher der Stadt mit. Die Ausstellung endet am 17. Juli.

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Die "Krankenschwestern" sind ein Beispiel für Richters Lust an künstlerischer Subjektivität, die sich nicht um die Traditionen der Malerei schert. Kurz vor dem Mauerbau war der junge Künstler aus der DDR in den Westen geflohen. An der Düsseldorfer Akademie traf er Sigmar Polke und Konrad Lueg, die wichtige Weggefährten beim Aufbruch in die Moderne werden sollten. Der Satz "Ich will ein Foto malen" ist legendär und bezeichnet eine Serie von Ölbildern, in denen Richter nach Fotografien verwischte Ansichten auf die Leinwand brachte.

Wie gekonnt Richter sich immer wieder in seiner Stilistik neu erfindet, zeigt "1024 Farben", das er acht Jahre später, 1973, malte. Bereits ab 1966 hat er erste Versuche mit Farbtafeln gemacht - überwiegend in Grau. Das nahm er wieder auf, variierte mit drei Grundfarben plus Grau - bis er auf 1024 Farben kam. Die Legende sagt, Richter habe die Farben mittels Losen so lange gemischt, bis er auf 1024 kam. Dem Zufall hat er ein wenig nachgeholfen, hat die weißen Strukturgitter als formgebendes Element hinzugefügt und zahlreiche Quadrate schwarz gemalt, um den Anschein der puren Zufälligkeit aufzuheben. Die dunklen Felder lassen die Buntfarben leuchten und spiegeln eine Ordnung vor. - Das Museum Barberini zeigt das Bild in einer Ausstellung, die sich erstmals den abstrakten Strategien und Verfahrensweisen im Gesamtwerk des Künstlers widmet. Die Schau geht von einem Werk des Museums Barberini aus und vereint etwa 80 weitere aus internationalen Museums- und Privatsammlungen.

(RP)