Krefeld: Rheinstadt-City im Kampf gegen Leerstände

Krefeld: Rheinstadt-City im Kampf gegen Leerstände

"Es ist eine ernste Lage, aber Uerdingen blutet nicht aus", sagt Ulrich Lohmar, Vorsitzender des Uerdinger Kaufmannbundes, angesichts bestehender Leerstände und schließender Geschäfte in der Rheinstadt. So macht Tchibo am 22. Mai die Türen seiner Filiale zu; bei Deichmann werden die Regale ausgeräumt, für Kaisers ist nach Ostern Schluss.

Fünf Geschäfte werden in den kommenden Wochen für immer schließen, vier stehen bereits leer. Angesichts hoher Mieten, in die Jahre gekommener, unmoderner Ausstattungen und mangelnder Akzeptanz der Kunden rechnet sich für viele nicht mehr, ein Geschäft zu führen.

Für Ulrich Lohmar liegt die Zukunft in einer Gesprächsrunde mit allen Betroffenen: "Einzelhändler sind zwar Einzelkämpfer, aber gemeinsam kämpft es sich bekanntlich besser. Einzelhändler und Hausbesitzer müssen sich zusammensetzen und dann gemeinsam nach Lösungen suchen.

Wie soll Uerdingen aussehen? Wo liegt die Zukunft der Einkaufsstadt Uerdingen? — So lauten die Frage, die zu beantworten sind. Lohmar nennt den Fall eines Mietinteressenten für ein Ladenlokal als ein kennzeichnendes Beispiel: "Erst nach einigen Wochen konnten wir Namen und Adresse des Hauseigentümers ermitteln. Da war es schon zu spät. Der Interessent hatte sich für ein anderes Projekt entschieden."

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Dabei habe sich für die Uerdinger Innenstadt auch einiges positiv entwickelt, so Lohmar, etwa der neue Bahnhofstunnel: "Es kommen jetzt viel mehr Menschen aus den Wohngebieten nördlich des Bahndamms in die Innenstadt." Das neue Edeka-Einkaufszentrum am Röttgen habe, abgesehen von Kaisers, nicht die befürchteten negativen Auswirkungen gehabt, und mit Rheindeich, Rheinpromenade und Rheinblick kämen auch wieder bessere Zeiten auf Uerdingen zu, ist sich Lohmar sicher.

So lange wollen Susanne Tyll und Norbert Sinofzik nicht warten. Sie haben mit anderen Bürgern zusammen eine Unterschriftenaktion gestartet. "Wir wissen, dass wir damit die Schließungen nicht aufhalten können, aber wir wollen wachrütteln."

Am Samstag werden sie in der Uerdinger Innenstadt weitere Unterschriften sammeln.

(RP)