Krefeld: Rheinblick: Chempark und Stadt ringen um Annäherung

Krefeld: Rheinblick: Chempark und Stadt ringen um Annäherung

Die Öffnung Krefelds hin zum Rhein. Wohnen mit Blick auf Deutschlands populärsten Strom. Aufenthaltsqualität im Stil der Düsseldorfer Rheinuferpromenade - die Ansprüche, die sich mit dem Projekt Rheinblick in Uerdingen auf dem früheren Gelände der Firmen Howinol, Müncker und Erlenwein sowie des Zollhofs verbunden, sind sehr hoch. Doch die Planung stockt. Eigentlich sollte inzwischen bereits zum dritten Mal ein Entwurf der Öffentlichkeit vorgestellt sein. Die Beteiligung der Bürgerschaft am Verfahren für den Bebauungsplan verzögert sich weiter.

Die Öffnung Krefelds hin zum Rhein. Wohnen mit Blick auf Deutschlands populärsten Strom.

Aufenthaltsqualität im Stil der Düsseldorfer Rheinuferpromenade - die Ansprüche, die sich mit dem Projekt Rheinblick in Uerdingen auf dem früheren Gelände der Firmen Howinol, Müncker und Erlenwein sowie des Zollhofs verbunden, sind sehr hoch. Doch die Planung stockt. Eigentlich sollte inzwischen bereits zum dritten Mal ein Entwurf der Öffentlichkeit vorgestellt sein. Die Beteiligung der Bürgerschaft am Verfahren für den Bebauungsplan verzögert sich weiter.

Seit rund drei Wochen liegen die Vorschläge der Stadtverwaltung exklusiv beim Industrienachbarn Chempark zur Begutachtung. Den Verantwortlichen dort treibt die Sorge um, dass Industrie und Wohnen zu Konflikten führt. "Wir müssen unseren Kunden wie Lanxess und Covestro die Genehmigungsfähigkeit für Neuerfindungen sichern", sagte Lars Friedrich, Leiter des Chemparks, gestern. Das sei keine Frage des Vertrauens in di Akteure bei der Stadt Krefeld, sondern eine rechtliche. Der Rhein sei rein physikalisch betrachtet ein guter Schallträger und die Tankerbrücke für den Chempark eine Lärmquelle. Die zukünftig am Rheinblick wohnenden Menschen hätten einen gesetzlichen Anspruch, dass bestimmte Lärmwerte nicht überschritten würden. "Die beiden Positionen sind schwer übereinander zu bringen", sagte Friedrich. Der Chemparkchef sprach nicht über Meterangaben, die eine Wohnbebauung wegrücken müsste. Er betonte jedoch, dass der am Wohnort ankommende Lärm natürlich etwas mit der Entfernung der Lärmquelle zu tun habe.

Die grundsätzliche Position des Chemparks zum Projekt Rheinblick sei klar: Das Gelände südlich sollte aufgewertet werden, aber durch eine Nutzung, die sich langfristig mit dem Betrieb des dort seit 1877 befindlichen Industriestandortes vereinbaren lässt. Bei den Bedenken gegen das Projekt "Rheinblick" führt der Chempark vor allem genehmigungsrechtliche Gründe an. Die Unternehmen im Chempark brauchten Zukunfts- und Planungssicherheit für den Hafenbetrieb und die Entwicklungsmöglichkeit der Anlagen, um langfristig erfolgreich in Krefeld produzieren zu können. Diese Bedenken bestehen bereits seit dem Jahr 2002 und hätten bis heute nichts an ihrer Aktualität verloren, heißt es schriftlich.

(sti)