Krefeld Renoviert und wiederbelebt

Krefeld · Immobilienkaufmann Frank Kocken hat in zehn Jahren in Krefeld weit über 100 Mehrfamilienhäuser gekauft. Nach der Instandsetzung verkaufte er sie weiter. Die meisten Häuser stehen in der Innenstadt.

Sieben Jahre lang hat das Haus an der Ecke Ostwall/Alte Linner Straße mit neun Wohnungen und zwei Ladenlokalen leer gestanden. Im vergangenen Jahr kaufte Frank Kocken, Geschäftsführer der gleichnamigen Haus- und Wohnungsbau GmbH, das Objekt, renovierte sieben Wohnungen, brachte die Fassade in Ordnung und verkaufte es — komplett vermietet — an einen Privatmann. "Es ist befriedigend, wenn man dann vorbei fährt und sieht, dass man ein altes Haus neu belebt hat", sagt der 42-jährige Immobilienkaufmann.

Iso-Fenster, Laminat, neues Bad

Vor knapp 20 Jahren begann der gelernte Sparkassen-Betriebswirt nebenher mit diesem Geschäft. Dann konzentrierte er sich ganz darauf und hat in den vergangenen zehn Jahren 154 Mehrfamilienhäuser instand gesetzt und weiterverkauft — 80 Prozent davon in Krefeld und davon wiederum 80 Prozent in der Innenstadt. Instand setzen heißt: Iso-Fenster einsetzen, Laminatböden verlegen, tapezieren und anstreichen, oft auch Bäder erneuern und — wo nötig — eine vernünftige Heizung einsetzen.

"In Krefeld ist die Preis-Rendite-Relation günstig", sagt Kocken. Für ein durchschnittliches Mehrfamilienhaus aus den 50er, 60er Jahren zahlt man hier die acht- bis zwölffache Jahresmiete; in Düsseldorf würde ein vergleichbares Haus die 15- bis 16-fache Jahresmiete kosten." Ein Bauträger kalkuliere mit einem Ertrag von etwa 15 Prozent, ein Immobilienhändler mit acht bis zehn Prozent.

Kocken erwirbt und renoviert Mehrfamilienhäuser aus allen Baujahren. Ein knappes Drittel machen Gebäude der Gründerzeit und des Jugendstils aus. Die meisten Häuser stammen aber aus den 50er und 60er Jahren, wie beispielsweise das unspektakuläre Gebäude am wunderschönen Alexanderplatz: Dort hat er elf Mietwohnungen instand gesetzt und als Eigentumswohnungen verkauft; fünf davon haben vormalige Mieter erworben.

Die meisten Häuser würden aus familiären oder Altersgründen verkauft; die hohen Leerstände resultierten oft aus erlebtem Ärger mit Mietern, die sich ältere Eigentümer nicht mehr antun wollten, so Kocken. Außerdem wollten oder könnten manche Eigentümer kein Geld mehr in die Hand nehmen.

"Die Motivation für den Kauf sind steuerliche Aspekte und die Altersvorsorge. Immobilien gehören zu den sichersten Möglichkeiten der Geldanlage", sagt der Immobilienkaufmann. "Dadurch wird natürlich auch Geld in die Stadt geholt, weil auswärtige Erwerber hiesige Firmen mit den Schönheitsreparaturen beauftragen."

(RP)