Rekordergebnis für den Krefelder Stadtwerke-Konzern

Bilanz : Rekordergebnis für Krefelder Stadtwerke-Konzern

Der Stadtwerke Krefeld Konzern festigt seine Marktposition in einem harten Wettbewerb. Die Zahl der Mitarbeiter ist auf einem Allzeithoch. Allein im Stromgeschäft haben die SWK in Krefeld mehr als 100 Mitbewerber.

Einen Mehrwert von rund 80 Millionen Euro hat der Konzern Stadtwerke Krefeld nach eigenen Berechnungen der Region im vergangenen Jahr verschafft. Das teilten die Vorstände Carsten Liedtke und Kerstin Abraham am Montag am Unternehmenssitz an der St. Töniser Straße mit. Hauptnutznießer des Erfolgs war die Stadt Krefeld als 100-prozentige Eigentümerin der SWK AG. Sie erhielt 21,9 Millionen Euro, die sich aus der Nettodividende (7,1 Millionen Euro) und Konzessionsabgaben (14,8 Millionen Euro) zusammensetzen. Darüber hinaus übernahmen die SWK die Verluste aus dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Höhe von 19,3 Millionen Euro. 3,6 Millionen Euro zahlte die Aktiengesellschaft an Gewerbesteuer, rund 30 Millionen Euro betrug der Auftragsumfang für regionale Unternehmen und weitere 1,3 Millionen Euro flossen an Spenden und Sponsoring an Vereine und Verbände.

Damit ist die Bedeutung der SWK für die Stadt und die Region nur unzureichend beschrieben. Der Konzern SWK mit seinen zahlreichen Tochterfirmen in den Bereichen Verkehr, Wasser, Energie, Städtereinigung und Entsorgung ist ein sehr wichtiger Arbeitgeber. Er beschäftigt 2648 Mitarbeiter — so viele wie nie zuvor. Auch unter dem Strich stand ein Rekord. Mit 27,3 Millionen Euro fiel das Jahresergebnis so hoch aus wie seit sieben Jahren nicht mehr. Der Anstieg zum Vorjahr betrug elf Prozent.

An dem guten Ergebnis hatten unterschiedliche Sparten ihren Anteil. Die bundesweit tätige „lekker Energie“ gewann alleine rund 20.000 der 30.000 neuen Strom- und Gaskunden. Die SWK versorgen mittlerweile 600.000 Abnehmer. Mit jedem Kunden ist ein Haushalt gemeint, der im Mittel aus zwei bis drei Personen besteht. 30.000 Neukunden entsprechen also einer mittleren Stadt mit bis zu 90.000 Einwohnern.

Der Konzern kalkuliert scharf. Die Margen werden kleiner, der Wettbewerb stärker. Inzwischen verkaufen auch Handelsunternehmen wie Aldi und Lidl, die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom Energie. Sonderkunden wie Industrieunternehmen bekommen Sonderpreise. „Wir lehnen den Vertragsabschluss mit Großunternehmen ab, bei denen wir kaum noch was verdienen, aber ins Risiko gehen“, sagte Liedtke und nennt als Beispiel „Zahlungsausfall nach Insolvenz“.

Besonders auffällig ist der Aufschwung der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein(EGN). Musste sie in der jüngeren Vergangenheit nach dem Verlust kommunaler Aufträge in der Hausmüllentsorgung noch so genannte Drohverlustrückstellungen bilden, stand 2017 ein positives Jahresergebnis von 9,4 Millionen Euro zu Buche. Der Entsorgungs- und Verwertungsspezialist zeichnete im Geschäftsjahr für die Beseitigung, Behandlung und Verwertung von mehr als 1,3 Millionen Tonnen an Reststoffen verantwortlich. Einiges davon wanderte in die Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage (MKVA) in Elfrath. Das führte zu einer hohen Auslastung und Effizienz. 376.000 Tonnen wurden verbrannt und damit rund 200.000 Megawattstunden Energie erzeugt. Die Hälfte benötigt die Anlage selbst, und mit der andern Hälfte lassen sich 19.000 Haushalte versorgen. Ferner produziert die MKVA Fernwärme für etwa 8000 Wohnungen. Der Umsatz der EGN beträgt etwa 191 Millionen Euro. Zu den namhaften Gewerbe- und Industriekunden zählen unter anderem Hornbach, Ikea, Teekanne, Segmüller und der Borussenpark in Mönchengladbach.

Die Fahrgastzahlen im ÖPNV seien mit 39 Millionen im Jahr zwar stabil, gleichwohl wachse das Defizit. Das liege an gestiegenen Personalkosten, der Anschaffung neuer Fahrzeuge und dem Ausbau der Haltestellen, berichtete Liedtke. Die Fahrpreise würden hingegen vom Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) vorgegeben. Der Sprecher des SWK-Vorstands fürchtet, dass die negative Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Am Rekordergebnis 2017 konnte dies nichts ändern: „Der Konzern hat darüber hinaus auch Verbindlichkeiten abbauen können, informierte Liedtke. Ein Darlehen über 45 Millionen Euro für den im Jahr 2011 erneuerten Kessel 2 der MKVA wurde getilgt.