Rekord im Deutschen Textilmuseum Krefeld: 17.862 Besucher im Jahr 2018

Ausstellungen in Krefeld: 17.862 Besucher: Rekord im Deutschen Textilmuseum

Die noch laufende Ausstellung von Trachten aus der Sammlung Prött ist ein Hit für das Linner Haus. Auch für dieses Jahr sind Highlights geplant. Eines dreht sich um Farbe in der Mode.

Diese Ausstellung enthüllt Geheimnisse: Das Textilmuseum zeigt seit November Trachten und Schmuck aus der Sammlung Paul Prött. Wer dieser Sammler war, warum und wie er mehr als 500 Textilien und noch einmal so viele Schmuckstücke aus aller Welt während der Zeit des Nationalsozialismus gesammelt hatte und unter welchen Bedingungen das Konvolut 1943 nach Krefeld kam, war ein großes Geheimnis. Der Lebenslauf des Malers und Grafikers Prött hatte große weiße Flecken. Eine Reihe von Wissenslücken hat die Ausstellung geschlossen. Denn es ergaben sich Kontakte zu Verwandten von Prött; es kamen Besucher, die jemanden kannten, der wieder jemanden kannte: Die Biografie und wissenschaftlichen Aufbereitungen über mehr als ein Jahr Dauer sind in einem umfangreichen Band dokumentiert, der im Textilmuseum gefragt ist:  Privatleute, vor allem Wissenschaftler und Museen kaufen den 446 Seiten starken Band.

„Das spricht die Menschen an“, sagt Annette Schieck, Leiterin des Textilmuseums. Allein in den ersten beiden Ausstellungsmonaten haben 4500 Besucher die Trachten gesehen. Das sind mehr als im Vorjahr die „Couture“-Ausstellung, die in den ersten acht Wochen 3800 Menschen angezogen hat. Insgesamt registrierte die Museumskasse im vergangenen Jahr 17.862 Besucher. „Das ist absoluter Rekord in den sechs Jahren, in denen ich hier bin“, sagt Schieck bei ihrer Jahresbilanz. Die Tendenz sei steigend. Noch bis 14. April läuft die „Trachten“-Ausstellung, und das Rahmenprogramm mit Vorträgen, Workshops und Führungen läuft im Februar erst an. Es soll sogar eine Führung in Schwäbischer Mundart geben. „Tracht verbindet man ja meist mit Süddeutschland“, sagt Schieck. Eine weitere Publikation zur Provenienzforschung soll im Frühjahr erscheinen.

Schieck, ihre Stellvertreterin Isa Fleischmann-Heck und das Museumsteam haben sich viel vorgenommen für dieses Jahr. Im Mai gibt es wieder eine „Europe-Asia“-Ausstellung: „Fiber Art“ kommt aus Belgien nach Krefeld; auch in Dänemark und Litauen soll die Schau danach zu sehen sein. Ein Glanzlicht dürfte die dritte Ausstellung sein: „Zeitkolorit“ vom 29. September bis 29. März 2020. Im Mittelpunkt steht die 10.600 Farbstofffläschchen umfassende Sammlung der Hochschule Niederrhein. In Kooperation mit der HN, dem Museum Schloss Rheydt und der Technischen Hochschule Köln wird die Sammlung erforscht. „Die Kosten liegen bei 550.000 Euro, unser Haus trägt 52.000, die wir für zusätzliches wissenschaftliches Personal aufwenden“, berichtet Schieck. Die von der Kulturstiftung der Sparkasse finanzierte Projektreihe „Ans Licht“ (wie mehrfach  berichtet) und das Bundesforschungsministerium ermöglichen die Forschung, deren Ergebnisse in einer Ausstellung zu sehen sein werden: Mode, Kleidung, Hüte, Schuhe und Schirme von 1850 bis in die  1930er Jahre werden mit Musterbüchern, -journalen und chemischen Stoffen präsentiert. „Uns interessiert, welche Farben Mode geworden sind, wie sie sich verändert haben, ob sie verblichen oder verwaschen sind über die Zeit.“ Auch die Frage, welche Farben das Bauhaus verwandte, wird ein Aspekt der Ausstellung im Bauhaus-Jahr sein.

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