Regie-Debüt: Bleibtreu holt Niewöhner aus Krefeld in seinen Film, von Norbert Stirken

Grimme-Preisträger in neuer Rolle : Bleibtreu holt Niewöhner in seinen Film

Der internationale Star-Schauspieler Moritz Bleibtreu hat sich für sein Regie-Debüt die Dienste des Kollegen Jannis Niewöhner gesichert. Der 26-jährige Krefelder wird im April den renommierten Grimme-Preis verliehen bekommen. In Bleibtreus Film „Cortex“ wird er eine der Hauptrollen übernehmen.

Der immer noch junge Hülser Schauspieler Jannis Niewöhner hat sich in seinen 13 Karrierejahren schon längst die Anerkennung der Kollegen, Filmexperten und des Publikums gesichert. Den internationalen Star Moritz Bleibtreu hat er offenbar so von seinen Darsteller-Qualitäten überzeugt, dass er den Krefelder für sein Regie-Debüt verpflichtete. Die Dreharbeiten vornehmlich in Hamburg sind in vollem Gange, und Bleibtreu ist sehr angetan von dem Krefelder und seiner eigenen, neuen Rolle. „Das ist etwas, was mir unheimlich viel Spaß macht und was ich hoffentlich auch weitermachen werde“, sagte Bleibtreu. Das Besondere an seinem Psychothriller „Cortex“ sei, „dass das wirklich meine Geschichte ist“, erklärte der 47-Jährige.

Cortex“ drehe sich um den 50 Jahre alten Hagen, der verstörende Alpträume habe und irgendwann nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden könne. Immer wieder träume er vom jungen Kriminellen Niko, der in seinen Träumen eine Beziehung mit Hagens Frau Karoline eingehe, erzählte er die Geschichte des Psychothrillers.

Die Dreharbeiten mit Niewöhner laufen seit gut zwei Wochen. Bleibtreu führt nicht nur Regie, sondern hat auch das Drehbuch geschrieben und spielt eine der Hauptrollen. Vor der Kamera stehen neben dem 26-jährigen Niewöhner, der den renommierten Grimme-Preis für seine Hauptrolle in „Beat“ erhalten wird, unter anderem Nadja Uhl und Wotan Wilke-Möhring.

Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützt den Streifen mit 550 000 Euro. Geplant sind laut Filmförderung 31 Drehtage - 21 davon in Hamburg und zehn in Berlin. Der Kinostart ist für Herbst nächsten Jahres geplant.

Die Bundeshauptstadt Berlin ist für Niewöhner bekanntes Terrain. Dort spielt die Serie „Beat“ des Streamingdienstes Amazon Prime. Niewöhner erhält für die Titelrolle des Beat den Grimme-Preis für seine herausragende Einzelleistung im Bereich Darstellung. Die Jury urteilte, dass die Filmfigur Robert Schlag (alias Beat) von ihm mit jeder Faser überzeugend verkörpert worden sei. Er werde als Mensch eingeführt, für den der Club ein embryonaler Sehnsuchtsort sei. In der dunklen Höhlenwärme pulsiere der „Beat“ wie im Bauch der Mutter, die spurlos verschwand, als Beat ein Kind war.

„Leben für den Moment, ohne Gedanken an ein danach. Doch die Realität korrumpiert irgendwann, zynische Unternehmer kaufen sich in die Clubs ein. Beat wird aus dem Paradies vertrieben und findet sich in einer finsteren Welt wieder. Er, der an den Dröhnungszustand gewöhnte ist, muss sich plötzlich zu Geschäftsmodellen verhalten, in denen Menschen nichts weiter als Rohstofflieferanten sind“, heißt es in der Laudatio.

Das „medienmagazin“ urteilt: „Die von Niewöhner begnadet verkörperte Figur ist nicht dafür verantwortlich, was in der Serie passiert, sondern fungiert viel mehr als Beobachter, der regelrecht dazu gezwungen wird, in den Storyverlauf involviert zu sein. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb der drogenabhängige Endzwanziger Sympathien im Zuschauer auslöst. Weil er, trotz seines alles andere als vorbildlichen Lebens, in Situationen gerissen wird, die man selbst einer solchen Person nicht wünschen möchte.“

Niewöhner hat bislang in 32 Filmen und Serien mitgespielt und zahlreiche Preise für seine Leistungen bekommen. Falls die Dreharbeiten für „Cortex“ es zulassen, wird Niewöhner am 5. April den Grimme-Preis im Theater der Stadt Marl entgegennehmen können.

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