Krefeld: Reger Zuspruch für Rheinblick Süd

Krefeld: Reger Zuspruch für Rheinblick Süd

Das Publikumsinteresse im Fabritianum war groß, als Planungsdezernent Martin Linne, Investor Ulrich Schmitter und Architekt Helmut Rübsamen das Projekt Rheinblick Süd vorstellten.

Wenn das komplette Projekt Rheinblick - also die Bebauung des Rheinufers durch die Investoren Ulrich Schmitter und die Bielefelder "KRP-Finanz GmbH & Co. Quartier Rheinblick KG" - vollendet ist, wird Uerdingen 500 bis 600 Neubürger der gehobenen Einkommenklassen haben. Das Interesse an den Wohnungen sei groß, berichtet Schmitter für seinen Teil der Planung, 90 Prozent der Interessenten kämen aus Krefeld. Dies waren einige der Zahlen, die im Rahmen einer bestens besuchten Veranstaltung im Gymnasium Fabritianum genannt wurden, bei der es um den südlichen, von Schmitter betriebenen Teil der Rheinblick-Bebauung ging: jenen Komplex am Fluss, der sich vom alten Zollhof parallel zur Kronenstraße erstrecken wird.

Investor Schmitter, Planungsdezernent Martin Linne und Architekt Helmut Rübsamen erläuterten das Projekt und stellten sich den Fragen der Besucher - insbesondere die Achtgeschossigkeit eines Gebäudeteils sorgte bei Anwohnern der Kronenstraße für Unruhe. Allerdings hat sich diese Problematik relativiert: Die neuen Gebäude am Rhein stehen in 50, 60 Meter Entfernung von den Häusern der Kronenstraße, erläuterte Linne. Der Komplex am Rhein spiegelt am Beginn die (niedrige) Höhe des alten Zollhofes wider. Erst nach Süden hin wird der Komplex dann vier-, fünf-, sechs- und achtgeschossig.

Selbst bei durchgehender Viergeschossigkeit wäre der Blick der Anwohner in drei Häusern der Kronenstraße beeinträchtigt, und dort auch nur in den oberen Geschossen. "Man dürfte an dieser Stelle am Rhein höchstens Einfamilienhäuser bauen, wollte man den Blick ungeschmälert lassen", sagt Linne - dies ist aus seiner Sicht aber weder rechtlich geboten noch städtebaulich zu vertreten, weil die Stadt damit große Chancen vergeben würde. Generell gibt es ihm zufolge in dieser Lage kein Anrecht, eine Aussicht zu konservieren: "Wir sind in einer Stadt, und da muss ich auch mal akzeptieren, dass auf der gegenüberliegenden Seite gebaut und ein Erdgeschoss verschattet wird." Allerdings soll nun nach der Veranstaltung eine maximale Geschosshöhe von rund 26 Meter festgelegt werden, erläuterte Linne - das entspricht der Achtgeschossigkeit.

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Viel prägender für die Kronenstraße sei ohnehin nicht die künftige Rheinbebauung, sondern die Baumreihe der Straße, betonte Linne weiter: Den Blick auf den Rhein hätten die Bewohner nur im Herbst und im Winter, wenn die Bäume blätterlos seien; den Rest des Jahres blickten sie auf eine grüne Wand. Unterm Strich betonte Linne, dass das Projekt städtebaulich für Uerdingen und Krefeld eminent wichtig sei. Die Zustimmung überwog auch deutlich die kritischen Nachfragen. Investor Schmitter resümierte, dass das Gespräch mit den Anwohnern ruhig und angenehm verlaufen sei. Er bekräftigte, wie sehr er von der Qualität des Rübsamen-Entwurfs überzeugt ist: "Sie können an einer solchen Stelle keine Null-acht-fünfzehn-Architektur bauen. Die Höhendifferenzierung und die Differenzierung im Grundriss ist einfach schön." Im Zuge des Neubaus werde es zudem einen Treppenzugang zum Rhein geben. "Bei schönem Wetter werden die Leute das nutzen und am Rhein entlangflanieren." Offen ist noch die Frage, wann die Bauarbeiten starten - nicht weil die Investoren nicht wollen, sondern weil der Hochwasserschutz planungsrechtlich geklärt werden muss. Die Stadt verhandelt mit der Bezirksregierung und favorisiert eine sogenannte Insellösung; sollte Düsseldorf auf eine Lösung im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens bestehen, würde sich der Baubeginn um bis zu eineinhalb Jahre verzögern. "Das wollen wir natürlich verhindern", sagt Linne.

Uerdingens Rheinufer, wie es künftig bei Nacht aussieht: Am Rhein erkennbar das verschachtelte neue Gebäude (rechts vom alten Hafenkran); parallel dazu von Bäumen gesäumt die Kronenstraße. Links unten der Turm der Michaelskirche. Foto: rüb

Bei all dem geht es nicht um Bautechnik: Zum Schutz gegen Hochwasser würden die Mauern der Tiefgarage des neuen Gebäudes entsprechend stark angelegt - einen Meter dick. Wie immer planungsrechtlich entschieden wird - die Realität am Rhein wäre die gleiche.

(RP)
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