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Krefeld: Regenjahr macht Bauern Sorge

Krefeld : Regenjahr macht Bauern Sorge

20 bis 30 Prozent mehr Niederschlag als in den Vorjahren hat es seit dem Frühling gegeben. Von mäßiger bis miserabler Qualität sind Kartoffeln, Rüben und Weizen. Der Grundwasserspiegel bleibt stabil.

und sein Umland ist in diesem Jahr reichlich mit Regen gesegnet worden. Kaum ein Tag, an dem in diesem Sommer nicht mindestens ein Schauer niederging. „Begonnen hat es mit starkem Regen ja schon im Frühling“, blickt Josef Hamm zurück, der als Pflanzenbauberater bei der Landwirtschaftskammer Rheinland für Kempen und Krefeld zuständig ist. „20 bis 30 Prozent mehr Niederschlag als in den Vorjahren bedeuten, dass die Anbauflächen lange zu nass waren, so dass die ganzen Frühjahrskulturen – Kartoffeln, Rüben, Mais – erst verspätet ausgesät werden konnten.“

30 Liter Regen pro Quadratmeter

In den vergangenen Wochen haben den Landwirten die Starkniederschläge mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter zu schaffen gemacht. Das Wasser fließt dann nur oberflächlich ab und spült Boden weg, wobei in den Senken alles zusammenfließt. „Das alles ist kontraproduktiv; die Nachteile sind größer als der einzige Vorteil: die Ersparnis von Kosten, weil die Bauern die Felder nicht künstlich zu beregnen brauchten“, so der Pflanzenbauberater.

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Die Dämme, auf denen Kartoffeln angebaut werden, sind durch die heftigen Niederschläge abgespült worden, so dass es jetzt relativ viele grüne und faule Knollen gibt. „Der Ertrag war durchschnittlich, die Qualität eher schlecht“, resümiert Hamm. Bei den Rüben ist der Zuckergehalt wegen mangelnder Sonne unterdurchschnittlich. Der Ertrag beim Getreide – zumeist Weizen – sei gut bis sehr gut, die Qualität jedoch „hundsmiserabel“. 80 Prozent sei nur als Viehfutter , lediglich der Rest als Backweizen zu gebrauchen. Finanziell heißt das: Weizen bringt in diesem Jahr pro Hektar 200 bis 400 Euro weniger als im vergangenen Jahr – und das bei ständig steigenden Energie- und Düngerpreisen.

Probleme mit Wurzeln

Probleme, so Hamm, könnten sich noch mittelfristig ergeben, weil der aufgeweichte Boden durch die schweren Landmaschinen stark verdichtet worden ist. Das kann für die Pflanzen kommender Jahre weniger tiefe Wurzeln und damit eingeschränkte Wasserversorgung bedeuten.

Der Grundwasserspiegel ist durch den vielen Regen in diesem Jahr nicht signifikant angestiegen. „Wir liegen völlig im Normalbereich“, sagt Dirk Höstermann von der SWK. „Bei Starkregen kann der Boden kein Wasser aufnehmen, das fließt direkt in die Kanäle über die Kläranlage in den Rhein.“ Nur mehrtägiger Landregen, wie es ihn im Herbst und Winter gebe, gelange mit einer Zeitverzögerung ins Grundwasser, aus dem Krefeld übrigens täglich etwa 42 Millionen Liter Trinkwasser gewinnt.

(RP)