Krefeld: Ratsherr Heitzer tritt aus der AfD aus

Krefeld : Ratsherr Heitzer tritt aus der AfD aus

Jürgen Heitzer hat seine Mitgliedschaft in der Partei "Alternative für Deutschland" beendet. Über die konkreten Gründe eines Streits schweigt die AfD. Heitzer wiederum erhebt schwere Vorwürfe.

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat ab sofort keinen Vertreter mehr im Krefelder Stadtparlament. Gestern teilte AfD-Pressesprecher Burkhard Schröder mit, dass Jürgen Heitzer, der bei der Kommunalwahl im Mai 2014 für die AfD in den Rat gewählt wurde, nicht mehr Mitglied der Partei sei. Jürgen Heitzer bestätigte dies am Abend.

Unsere Zeitung fragte gestern Heitzer nach den Gründen für seinen Austritt. Der Ratsherr antwortete per E-Mail an Krefelder Medienvertreter: "In der AfD Krefeld walten Kräfte, die es mir mittlerweile unmöglich machen zu bleiben. So wurden mir wiederholt anonyme Drohschreiben zugeschickt, dass man wisse, wo ich wohne, und man mir die ,Hells Angels' schicken würde. Ich wurde als schwuler Hetzer bezeichnet." Als er den früheren AfD-Vorsitzenden Werner Tegethoff darauf angesprochen habe, hätte dieser ihm gedroht, ihm "auf die Fresse zu hauen", zitierte Heitzer wörtlich.

Laut AfD-Sprecher Burkhard Schröder sei Jürgen Heitzer mit einem Austritt nur seinem drohenden Ausschluss zuvorgekommen. Man habe Heitzer im September schon aufgefordert, die Partei zu verlassen. Ein neuerlicher Konflikt im Januar hat nun wohl das Tischtuch komplett zerschnitten. Die AfD wirft Heitzer "parteischädigendes Verhalten" vor und fordert ihn nun auf, sein Ratsmandat an die AfD abzutreten.

Dazu ist Heitzer aber laut AfD nicht bereit. AfD-Sprecher Schröder sagte, man hätte Heitzer vorher angeboten, "über die zahlreichen ihm zur Last gelegten - auch juristisch relevanten Vorgänge - Stillschweigen zu wahren". Welches parteischädigende Verhalten es war, das Heitzer an den Tag legte, darüber wollte die AfD dennoch keine Angaben machen. Staatsanwaltschaft und Amtsgericht teilten auf Anfrage mit, dass gegen Heitzer nichts vorliege.

Das letzte Verfahren am Amtsgericht sei 2004 gewesen, vor Gründung der AfD, so ein Gerichtssprecher. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien ergebnislos eingestellt worden, teilte wiederum ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

Der neue Konflikt ist der nächste in der nach oben offenen Eskalationsskala: Jürgen Heitzer war früher CDU-Ratsherr und Vorstand des Bürgervereins Ost - von dort schied er jeweils im Unfrieden. Im Mai 2014 zog Heitzer mit Ruth Brauers für die AfD in den Rat ein. Mit Andreas Drabben (UWG) bildeten die beiden eine Ratsgruppe.

Doch auch diese Konstellation war nicht von langer Dauer: Zuerst schied Ruth Brauers aus der AfD aus. Die Ratsgruppe UWG/AfD blieb zunächst weiter bestehen, bis Jürgen Heitzer im August 2014 seinen Austritt aus der UWG/AfD-Ratsgruppe erklärte. Er saß fortan alleine für die AfD im Stadtrat. Jetzt verlässt Heitzer auch die AfD.

Heitzer verwies gestern darauf, dass er im Januar 2014 mit der Organisation der Kommunalwahl beauftragt worden sei und die AfD in Krefeld daraufhin in Krefeld 4,25 Prozent bei den Kommunalwahlen geholt habe, das drittbeste Ergebnis in NRW. Nun aber, so Heitzer, gehe die AfD "durch ein tiefes Tal".

(RP)